Entscheidung gefallen

Grüne wollen Café-Flanierstraße mitten im Lehel und ohne Autos - CSU warnt Anwohner per Schreiben

Im Lehel soll die St.-Anna-Straße teilweise verkehrsberuhigt werden.
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Im Lehel soll die St.-Anna-Straße teilweise verkehrsberuhigt werden.

Eine „Sommerstraße“ wollen die Grünen aus Teil der St.-Anna-Straße machen. Doch nicht bei allen kommt dieser Plan gut an. Nun ist eine Entscheidung gefallen.

  • Im Münchner* Bezirksausschuss Altstadt-Lehel gibt es Streit.
  • Aus Teilen der St.-Anna-Straße wollen die Grünen eine „Sommerstraße“ machen.
  • Die CSU hält dagegen. Die Errichtung einer solchen Straße sei überflüssig. Doch eine Entscheidung ist gefallen.

München - Bei der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel (BA) stimmten die Mitglieder über einen Antrag der Fraktion der Grünen ab, der vorsieht, temporär über die Sommerzeit für die Monate Juli, August und September 2021 im Teilbereich der St.-Anna-Straße ab Kreuzung Gewürzmühl-/ Pfarr-/ St.-Anna Straße bis Höhe St. Anna Straße 25/Zufahrt Gymnasium einen verkehrsberuhigten Bereich mit Herausnahme der Stellplätze einzurichten.

Der BA will anschließend zusammen mit den Anwohnern und den anliegenden Gewerbetreibenden über Möglichkeiten der Nutzung dieser verkehrlichen Anordnung und möglichen Ausweitungen von Freischankflächen ins Gespräch treten. Durch die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches in einem Teilbereich der St.-Anna-Straße wird der St.-Anna-Platz mit dem Platz vor der Klosterkirche und der Bereich der Gastronomie mit der St.-Anna-Straße verbunden. Ziel ist es, einen Mehrwert für die Anwohner zu schaffen, indem mehr Platz für Aktivitäten im Freien, Konzerte, Veranstaltungen und Theateraufführungen geschaffen wird.

„Nutzen für die St.-Anna-Straße fragwürdig“

Stoff für Diskussionen und Kritik seitens der Grünen lieferte eine Aktion der CSU-Fraktion im Vorfeld der Sitzung. Die nämlich hatte die Anwohner schon vorab mit einem kritischen Schreiben über das Vorhaben der Grünen informiert: „Man zäumt das Pferd von hinten auf“ und mache so die Bürger „über ungelegte Eier wuschig“, urteilte Julia Rothmayer (SPD) über das Vorgehen der CSU. Auch Hans-Gerd Angele, Seniorenbeirat der Landeshauptstadt München, befürchtete eine Verunsicherung bei der älteren Bevölkerung: „Das gibt eine unheimliche Unruhe bei den Menschen“, sagte er.

„Ich verstehe die Kritik nicht“, entgegnete Bernhard Wittek (CSU), der den „Nutzen für die St.-Anna-Straße fragwürdig“ findet: „Da braucht’s nicht noch zwei Meter Kopfsteinpflaster“, so der CSU-Mann. 100 Schreiben wurden gedruckt und in die Briefkästen der Anwohner gesteckt, um die Leute nach ihrer Meinung zu fragen und um „nicht über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden“, so Wittek. 21 Rückmeldungen hätten sie von Anwohnern bekommen, die sich gegen die Sommerstraße aussprachen.

Auch Jörg Hoffmann (FDP) betrachtet die Errichtung einer solchen Straße als überflüssig, da es rund um den St.-Anna-Platz bereits ausreichend Grün gebe: „Wir brauchen dort keine Sommerstraße“, konstatierte er. Seiner Meinung nach seien vor allem die Parkplätze das Problem, die nun auf Kosten der Anwohner wegfallen würden. Es sei „am Ende nur Ideologie“, so der FDP-Mann. Dennoch wurde der Antrag schließlich gegen sechs Gegenstimmen vom Gremium angenommen. KATHARINA HINSCHE - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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