1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Altstadt-Lehel

Münchner Aktion mit viel Herz für Obdachlose: „StreetOps“ verschenkten Kleidung und Decken

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andrea Stinglwagner

Kommentare

Am Stachus verteilten die „StreetOps“ Decken für Obdachlose.
Am Stachus verteilten die „StreetOps“ Decken für Obdachlose. © Michaela Rehle

Mit viel Herz und ganz unkompliziert: Wie wirkungslos Obdachlosen und Bedürftigen auch ganz ohne große Organisation geholfen werden kann, hat am Samstag die Gruppe „StreetOps“ gezeigt - mit einer Verteilaktion auf dem Stachus.

Eisig pfeift der Wind über den Stachus. Immer wieder reißt er an dem kleinen Pavillon, der an diesem Samstagmittag vis-à-vis vom Karlstor steht. Vier in gelbe Warnwesten gehüllte Männer und Frauen haben darunter ein Warenlager errichtet. Kleidung, Essen, Decken… Es sind Helfer der Organisation StreetOps. Mit ihren Waren wollen sie Obdachlosen ein bisserl Wärme schenken.

München: Isomatten, Schlafsäcke und mehr für Obdachlose

Jacken, Pullis, Handschuhe, Mützen, aber auch Shampoo, Deo, Dosen-Essen und Schokolade: All das dürfen Hilfsbedürftige kostenlos mitnehmen. Besonders wichtig: Isomatten, Schlafsäcke und Decken für diejenigen, die auch jetzt im Winter draußen schlafen. Einen Ausweis oder Ähnliches muss niemand vorzeigen.

Die StreetOps – das ist ein seit 2016 bestehendes Aktivisten-Netzwerk aus wenigen Privatleuten, vor allem aus Niederbayern. Sie werben online für Sachspenden, holen sie direkt ab und verteilen sie. Ihr Ziel: Barrieren überwinden, Zusammenhalt und Menschlichkeit stärken.

An die 100 Leute kommen an diesem Nachmittag an den Stachus. Sie sind sichtlich dankbar und glücklich. Andreas Barber (33), der zum Organisations-Team gehört, sagt: „Es ist auf der einen Seite schön, helfen zu können, auf der anderen Seite traurig, dass so etwas überhaupt notwendig ist.“ Für viele sei es eine große Überwindung, zu ihnen zu kommen. „Die meisten schämen sich und kommen nur, wenn es unbedingt nötig ist.“

Viele Münchner nehmen an Hilfsaktion für Obdachlose teil

Besonders auffällig an diesem Wintertag: Ganz viele Münchner nehmen Anteil, wollen helfen! Regelmäßig bleiben Menschen stehen, erkundigen sich. Einige bringen Sachspenden vorbei. So wie Reinhard N. und Susanne L. (beide 54) aus München*: „Wir finden, das ist eine super Idee. Man sieht ja immer wieder, dass Leute auf der Straße leben.“

Mit materieller Hilfe sei es nicht getan, sagt Barber: „Die Leute sind auch froh, wenn sie mal wieder jemanden zum Reden haben, wenn auch nur kurz. Man stirbt nicht nur an Kälte, sondern auch aus Einsamkeit.“

Am 26. März wird es wieder eine StreetOps-Aktion am Stachus geben. Wer Sachen (kein Geld) spenden will und vielleicht einen Lagerraum für die Helfer in München wüsste: Bitte an StreetOpsAktivismus@yahoo.com schreiben.

Der eisige Sturm hat es am Samstag nicht geschafft, den Pavillon umzuwehen. Und einige Münchner müssen ein bisserl weniger frieren. Marie-Theres Wandinger *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Regelmäßig, kostenfrei und immer aktuell: Wir stellen Ihnen alle News und Geschichten aus München zusammen und liefern sie Ihnen frei Haus per Mail in unserem brandneuen München-NewsletterMelden Sie sich sofort an!

Auch interessant

Kommentare

Mehr zum Thema