Schlimmer Vorfall

Mitten in München: Rabbiner verfolgt und beschimpft - Antisemitismus-Beauftragter von Zeugen enttäuscht

Ludwig Spaenle hat Zeugen des Vorfalls kritisiert.
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Ludwig Spaenle hat Zeugen des Vorfalls kritisiert.

In der Münchner Altstadt ist ein Rabbiner von vier Männern verfolgt und beleidigt worden. Leider war es nicht der einzige antisemitische Angriff in letzter Zeit.

  • Ein antisemitischer Vorfall beschäftigt die Polizei.
  • In München ist in der Altstadt ein Rabbiner von vier Männern verfolgt und beleidigt worden.
  • Erst vor Kurzem war ein jüdischer Jugendtrainer beleidigt worden.

Update vom 12. Juli: Nach der Beleidigung eines Rabbiners in München hat Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle mangelnde Zivilcourage beklagt. 

„Was mich besonders betroffen macht, ist die Tatsache, dass auch Bürgerinnen und Bürger, die den Vorfall offensichtlich gesehen haben, dem Rabbiner nicht zur Hilfe geeilt sind oder die Polizei verständigt haben“, erklärte der CSU-Politiker am Sonntag.

dpa

Antisemitismus mitten in München: Rabbiner verfolgt und beschimpft

Ursprungsmeldung:

München* - Schon wieder beschäftigt ein antisemitischer Vorfall die Polizei: Am Donnerstag ist ein Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in der Altstadt von vier mutmaßlich arabischstämmigen Männern verfolgt und beleidigt worden. Die Täter sind geflüchtet, die Polizei sucht Zeugen.

Laut Präsidium stieg der 60-Jährige gegen 18.40 Uhr am Isartor aus einer Tram der Linie 17. Die Männer verließen mit Shmuel Aharon Brodman die Straßenbahn und folgten ihm Richtung Tal. Der 60-Jährige war auf dem Weg in die Synagoge. Die Unbekannten beschimpften den Rabbiner mit antisemitischen und antiisraelischen Parolen. Brodman geht davon aus, dass die Männer ihn wegen seiner Kippa beleidigten. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, sagte: „Wir sind erschüttert über diesen Angriff. Es schmerzt mich, dass unser Rabbiner so etwas erleben musste.“ 

Rabbiner beschimpft - „Auch in München nehmen Extremismus und Judenhass zu“

Der Angriff füge sich leider in die Entwicklung der letzten Zeit ein: „Auch in München nehmen Extremismus und Judenhass zu. Und die Unsicherheit unter unseren Gemeindemitgliedern wird nach dem Vorfall nicht geringer werden.“ Auch der Rabbiner Avichai Apel von der Orthodoxen Rabbinerkonferenz in Deutschland verurteilt die Attacke: „Jede Aggression gegen Juden ist eine zu viel und in keinster Weise zu akzeptieren. Wir Juden leben gerne in Deutschland und wollen das auch weiterhin, aber angstfrei tun.“ Dass ausgerechnet mutmaßlich muslimische Jugendliche einen Rabbiner beleidigen, sei besonders traurig, denn sie seien genauso Opfer einer wachsenden Islamophobie hierzulande.

Erst vor Kurzem wurde der Jugendtrainer des TSV Maccabi, Max Brym, antisemitisch beleidigt. Der 62-Jährige trug dabei die Vereinsjacke, auf der ein stilisierter Davidstern zu sehen ist. (Stefanie Wegele) - *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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