„Corona-Krise hat deutlich gezeigt ...“

Nächster Traditionsladen in Münchens Zentrum schließt: Unternehmen lässt schonungslose Analyse folgen

Kaut-Bullinger in der Rosenstraße
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Kaut-Bullinger verliert sein Herzstück in München

München verliert einen weiteren Traditionsladen in der Innenstadt: Das Schreibwarengeschäft Kaut-Bullinger schließt Ende Februar 2022 seine Pforten.

München - Die Nachricht gab das Unternehmen am Mittwochabend (4. August) überraschend bekannt. Die Firmengeschichte ist mehr als 200 Jahre alt. Damals eröffnete an der Kaufingerstraße das erste Münchner* Fachgeschäftfür Papier-und Schreibwaren. Heute findet sich Kaut-Bullinger an der Rosenstraße. Der österreichische Milliardär René Benko hat die Immobilie vor knapp einem Jahr gekauft.

Kaut-Bullinger schließt Laden in München: Corona-Krise hat Entscheidung beschleunigt

Von Kaut-Bullinger hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung: „Trotz der kooperativen Zusammenarbeit mit dem neuen Eigentümer sieht sich die Unternehmensleitung zur Schließung der Filiale gezwungen.“ Der Schritt sei alternativlos gewesen, erklärte Geschäftsführer Robert Brech. Aufgrund der monatelangen Schließungen im Lockdown habe man extreme Einbußen verzeichnen müssen.

Brech: „Die Corona-Krise hat deutlich gezeigt, dass der stationäre Einzelhandel in der aktuellen Form und Größe nicht mehr im Fokus unserer Unternehmensstrategie stehen kann.“ Kaut-Bullinger erwirtschaftet nach eigenen Angaben bereits weit über 50 Prozent seines Konzernumsatzes mit dem Onlinegeschäft.

München: Unternehmen spricht von „schmerzlicher“ Entscheidung, hat aber nun neuen Fokus

In Zukunft werde sich das Unternehmen auf die Internet-Vermarktung seiner Produkte und Dienstleistungen im Bereich Bürobedarf, Bürodesign und innovativer Printlösungen konzentrieren. Mit der Filiale an der Rosenstraße verliert Kaut-Bullinger sein Herzstück. Die „schmerzliche“ Entscheidung über die Schließung sei nicht erst in der Pandemie getroffen, dadurch aber stark beschleunigt worden, so Brech. (Klaus Vick)

Auch die Schneiderei „Tracht & Heimat“ am Oberanger steht vor dem Aus. Inhaberin Ursula Fröhmer wurde gekündigt, weil saniert werden soll. Doch wieder einziehen wird die 73-Jährige nicht. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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