Aus nach zwei Jahren

Kunsthalle München - Käfer macht in den Fünf Höfen die Fliege - was ist der Grund?

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Michael Käfer betreibt das Kunsthalle-Café seit April 2016 – und nur noch einen Monat.

Münchens Feinkostkönig verlässt mit seiner Feinkost-Kette die Kunsthalle München in der Innenstadt. Michael Käfer verabschiedet aus dem Haus an der Theatinerstraße - gibt es einen Grund?

München - Die Kunsthalle macht tolle Ausstellungen von stabiler Qualität – derzeit wird dem Haus an der Theatinerstraße (Innenstadt) bei Lust der Täuschung die Bude eingerannt. Nicht ganz so stabil läuft’s in Sachen Gastronomie. Denn Michael Käfer (60) verlässt mit seiner Feinkost-Kette den Musentempel – nach nicht mal zwei Jahren. Der Mieter vor Käfer war gar nur zehn Wochen drin… Am 1. Februar 2019 übernimmt jetzt das Backspielhaus die Gastronomie.

Vom Pächter, der Edith-Haberland-Stiftung (Augustiner), war ebenso wenig Tadel zu hören wie von der Kunsthalle. Der Künstlerischer Leiter Roger Diederen betont: „Wir haben gut zusammengearbeitet, aber nun freuen wir uns auf die Zukunft mit dem Backspielhaus.“ Dass der Name für viele Münchner nicht den Glanz von Käfer hat, ist Diederen egal: „Das Backspielhaus macht tolle Produkte.“

Michael Käfer hat das Kunsthalle-Café 2016 übernommen 

Käfer war im April 2016 kurzfristig in die Bresche gesprungen, als der Vormieter unerwartet aufhörte. Falls das Geschäft „sensationell“ gelaufen wäre, so heißt es aus dem Käfer-Umfeld, hätte man über eine Vertragsverlängerung nachgedacht. Doch so gut lief’s dann auch wieder nicht.

Passt das Backspielhaus überhaupt zur Kunsthalle?

Wie sieht’s mit Umbaumaßnahmen aus? Schließlich ist der ästhetische Unterschied zwischen dem eher gemütlichen, heimeligen Backspielhaus und dem schick-designten Kunsthallen-Café nicht klein. Da wird derzeit an einem Konzept gearbeitet, aber riesige Umbauten wird es nicht geben. Bis 13. Januar – also dem letzten Tag der derzeitigen Schau Lust der Täuschung – bleibt Käfer in der Kunsthalle, und mit dem Abbau der Ausstellung und der Vorbereitung der nächsten wird am neuen Café-Design gewerkelt. Zusammen mit der nächsten Schau Samurai – Pracht des japanischen Rittertums wird dann am 1. Februar wiedereröffnet.

Wird’s cafémäßiger? Das Backspielhaus (hier Mitarbeiterin Dragana Orsulic in der Giselstraße) hat eine große Kuchenauswahl.

Gleichbleiben sollen die Reihen Afterwork und Re-Act, zudem Kunst für alle Sinne mit Kunst und Kulinarik.

Petra Schmid, Inhaberin der Backspielhaus-Gruppe, freut sich auf die neue Aufgabe. Sie will ein Waren­angebot servieren, „das einem breiten Besucherpublikum gerecht wird“.

Oliver Kasparek, Geschäftsführer der Hypo-Kulturstiftung, betont, dass man „ein attraktives und preislich faires Angebot“ bieten wolle. Das Café wird täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet sein, an jedem dritten Mittwoch, bei der Afterwork-Reihe, bis 22 Uhr. Bleibt zu hoffen, dass nun ein bisserl mehr Routine reinkommt – hätte das Museum verdient, das jährlich rund 350.000 Besucher anlockt. Übrigens: Wer etwa den Gartensalon mieten will, ist ab 950 Euro dabei.

Matthias Bieber

Käfer‘s Köstlichkeiten gibt‘s jetzt auch in der Kunsthalle

Die Erstmeldung vom 26. April 2017

München - Nach einer Generalüberholung hatte der Gastronomiebereich der Hypo-Kunsthalle erst im Dezember neu eröffnet. Doch nach nur wenigen Wochen musste Gastwirt Zafer Basaran aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Ein neuer Betreiber musste her – und zwar schnell.

Die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung fungiert als Pächter der Brasserie mit rund 200 Plätzen. Vorstand Catherine Demeter wählte die Nummer von Feinkostkönig Michael Käfer. Der musste nicht lange überlegen, ob er einsteigen will. „Ich war wahnsinnig dankbar, als ich den Anruf bekommen habe. Nach 24 Stunden habe ich zugesagt.“

Am Dienstag stellten Käfer und Demeter das neue Konzept für die Brasserie mit Café und Bar vor. Sieben Tage die Woche, durchgehend von morgens bis abends, werden die Gäste mit Käfers Köstlichkeiten verpflegt. Das einfache Frühstück „Tante Edith“ mit Milchkaffee, Croissant, Marmelade, Honig und Butter gibt es für 6,50 Euro. Wer schon morgens fürstlich schlemmen will, bestellt die Etagère mit Brot, Beinschinken, Heumilchkäse, Lachs, Marmelade, Obst, Ei und Orangensaft (18,50 Euro).

Viele Gäste haben zuvor die Ausstellung in der Kunsthalle besucht (derzeit zu sehen: die Schwarz-Weiß-Aufnahmen – von Supermodel-Fotograf Peter Lindbergh) – und kehren mit Kaffeedurst bei Käfer ein. Der hat deswegen Wert auf eine große Kuchenauswahl gelegt. In der Vitrine steht Zwetschgen-Blechkuchen (3,50 Euro) neben Aprikosentarte (4,50 Euro) und Petit Fours (2,50 Euro). Abends gibt es feine Speisen – vom Bärlauchcremesüppchen (7,50 Euro) bis zur geschmorten Kalbsbacke mit Bärlauchpolenta (19,50 Euro).

Ganz ohne Neuerungen hat Käfer die Gastrofläche nicht übernommen. Er sagt: „Mir war die Einrichtung vorher zu funktionsmäßig. Wir haben gesagt, es muss vor allem schön sein.“ Im hinteren Bereich stehen jetzt rosé- und türkisfarbene Samtsofas an Marmortischen. Die Lamellen-Holzwand hatte Charakter und durfte bleiben. Sie bekam einen goldenen Anstrich verpasst.

Noch bis Ende 2018 hat die Brasserie Kunsthalle in den Fünf Höfen hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, die Confiserie im Erdgeschoss bis 19.30 Uhr. Reservierung unter Telefon 089/ 416 89 81.

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