Frequenzmessung per Scanner 

Hier werden Sie gezählt: Laser-Kontrolle in der Innenstadt – Händler zeigen sich begeistert 

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Hier oben am Kaufingertor misst ein Laserscanner die Passantenzahlen.

Big Brother is watching you: In der Fußgängerzone lauern etliche Kameras. Nun sind klammheimlich zwei hochmoderne Laserscanner dazugekommen. Sie zählen Passanten! Unsere Zeitung hat nachgefragt, wie diese Geräte funktionieren und wie es um den Datenschutz steht.

Hinter den Laserscannern steht das Kölner Startup hystreet.com, das bereits im Mai 2018 Scanner in der Schützenstraße und der Neuhauser Straße installiert hat. Jetzt im August sind Apparate in der Maximilianstraße und der Kaufingerstraße dazugekommen. In Kürze geht der 100. Scanner in Deutschland in Betrieb. Alle funktionieren nach demselben Prinzip, erklärt Geschäftsführer Nico Schröder: „Vier Lichtlinien im Abstand von 20 Zentimetern erkennen anhand von Geschwindigkeit und Größe des Objekts, ob in einem Dreieck auf dem Boden Personen passieren – oder ob es sich beispielsweise um ein Radfahrer handelt.“ 

München: Laserscanner ist rund um die Uhr im Einsatz

Dieser Scanner liefert Händlern und Gastronomen Daten über den Publikumsverkehr in der Fußgängerzone.

Bei den Geräten handle es sich um Laser der Klasse 1, wie etwa im CD-Player. „Die sind unsichtbar und unschädlich für die Augen.“ Der große Vorteil: Früher gab es lediglich ein oder zwei Zählungen von Hand pro Jahr. „Das war nicht verlässlich. Wir messen mit fest installierten Scannern, 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr“, so der Geschäftsführer. Die Zahlen können in Echtzeit von Händlern, Gastronomen und Bürgern übers Internet abgerufen werden. „Das ist eine gute Sache, weil man mit diesen Zahlen arbeiten kann“, sagt Wolfgang Fischer von der Vereinigung der Innenstadthändler Citypartner. „Der Händler sieht beispielsweise, wie viele Besucher gerade vorbeilaufen – und wie viele davon in seinem Laden landen.“ Die Läden hätten mittlerweile oft selbst hochmoderne Laser zur Messung der Kundenzahl. 

Münchner Händler machen sich Laser-Daten zunutze

Nico Schröder von hystreet.com ergänzt: „Es gibt Händler, die bereits handeln: Wenn sie wissen, dass zu einer bestimmten Uhrzeit viele Passanten in der Fußgängerzone sind, versuchen sie, diese mit einer höheren Verkäuferpräsenz am Eingang ins Geschäft zu locken.“ Was sagen Datenschützer dazu? Der Betreiber braucht zur Installation keine Genehmigung, nur jemanden, der seine Hauswand bereitstellt. Ruwen Schwerin von datenschutzexperte.de sieht die Scanner gelassen: „Wenn die Angaben des Anbieters stimmen, ist das eine reine Frequenzmessung und damit datenschutzrechtlich unproblematisch.“ Schröder bestätigt: „Wir haben uns extra nicht für Kameras entschieden. Unsere Laser messen keine personenbezogene Daten, sie ermitteln nur eine Zahl.“

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Immer mehr Kameras in Bayern sollen Straftaten verhindern - doch viele fragen sich: Wird der Freistaat zum Überwachungsstaat? Sinnvoll scheint auf jeden Fall die Forderung eines Sozialexperten nach mehr Kameras in Pflegeheimen.  

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