Stadtratsanfrage

Alte Brücken in München: 55 Lasterfallen im Stadtgebiet

+
Weil sich hier so viele Lkw-Unfälle ereignen, nennen Verkehrspolizisten die alte Eisenbahnbrücke an der Dachhauer Straße auch "Seufzerbrücke".

München - Verkehrspolizisten nennen die alte Eisenbahnbrücke über der Dachauer Straße in Moosach schon lange die "Seufzerbrücke". Der Grund ist, dass immer wieder Lkws gegen die Unterführung fahren. Doch diese Brücke ist nicht die einzige Lasterfalle in München.

Es kommt immer wieder vor, dass Lkws gegen Unterführungen, weil die Fahrer die Höhe falsch einschätzen. Die Schäden belaufen sich meistens auf mehrere Millionen Euro. Wie nun in Folge einer Stadtratsanfrage bekannt wurde, gibt es im Stadtgebiet mehr als 50 solcher Lasterfallen. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema.

Wie viele Brücken und Unterführungen mit einer Durchfahrtshöhe von unter 4,50 Meter gibt es im Stadtgebiet München?

Insgesamt gibt es nach der Ermittlung des Baureferates 106 Eisenbahnüberführungen über Straßen. Davon weisen 51 Bauwerke eine lichte Höhe von größer oder gleich 4,50 Meter auf und 55 Bauwerke eine lichte Höhe von kleiner als 4,50 Meter.

Welche dieser Unterführungen entsprechen auch Breite nicht mehr den verkehrlichen Bedürfnissen und stellen deshalb ein zusätzliches Nadelöhr dar?

Auf Grund der hohen Anzahl an Brückenbauwerken überprüft die Stadt nicht generell jede einzelne Stelle. Eine Prüfung erfolgt erst, wenn der Baulastträger einen konkreten Erneuerungsbedarf anmeldet oder aber die verkehrliche Situation im Umfeld dies zwingend erfordert, also wenn eine konkrete Planung eingeleitet wird.

Wann wurden die Brücken und Unterführungen gebaut?

Die Daten zur Inbetriebnahme aller 106 Brückenbauwerke liegen der Landeshauptstadt München nicht vor. Für die zehn aktuell zur Erneuerung anstehenden Eisenbahnüberführungen hat die DB Netz AG folgende Daten mitgeteilt:

  • Balanstraße (2 Brücken) 1901/1901 
  • Bodenseestraße (2 Brücken) 1900/1901
  • Chiemgaustraße 1898
  • Dachauer Straße 1907
  • Lindwurmstraße 1902
  • Paosostraße 1900
  • Rosenheimer Straße 1895
  • Sportlerweg 1901
  • Tumblingerstraße 1902
  • Werinherstraße 1898

Wie viele und welche dieser Brücken und Unterführungen fallen in die Baulast der Bahn und wie viele gehören der Stadt?

Bei 95 der 106 Brücken liegt die Baulast bei der Bahn. Die restlichen Brücken befinden sich entweder in der Baulast des Baureferates (sechs Bauwerke), des Kommunalreferates, Markthallen (drei Bauwerke) oder der Stadtwerke München GmbH (SWM) (zwei Bauwerke). Dies sind in der Regel stillgelegte Gleise oder Industriegleise. Die Bauwerke im Bereich der U 6 fallen unter die Baulast der SWM. Von den 55 Brückenbauwerken mit einer lichten Höhe kleiner als 4,50 Meter sind 51 im Eigentum der DB Netz AG, zwei in der Baulast der Landeshauptstadt München und zwei in der Baulast der SWM.

Welche der Brücken, die der Bahn gehören, sind wegen Gewichtsbeschränkungen und Langsamfahrstellen ein Betriebshindernis und aus bahntechnischen Gründen zu ersetzen?

Die Bahn erklärt: „Derzeit besteht für keine der Eisenbahnüberführungen im Stadtbereich München eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Für den Schwerlastverkehr besteht aktuell nur für die Eisenbahnüberführung über die Lindwurmstraße eine Beschränkung.“

Wie viele und welche dieser Brücken bzw. Unterführungen insgesamt müssen in den nächsten Jahren aus technischen bzw. auch aus planerischen Gründen ersetzt werden?

Das Baureferat entwickelt derzeit ein Programm zur Erneuerung der Eisenbahnbrücken.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Berufung zurückgezogen: Todesfahrer muss in Haft
Berufung zurückgezogen: Todesfahrer muss in Haft
Acht Stunden Telefon-Terror: Renterin um 23.000 Euro betrogen
Acht Stunden Telefon-Terror: Renterin um 23.000 Euro betrogen
PI 15 Sendling: Das Revier der PS-Polizei
PI 15 Sendling: Das Revier der PS-Polizei

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare