Schmerzensgeld-Prozess

Münchner Nobel-Club P1 muss Frau 10.000 Euro zahlen – sie humpelt drei Jahre später immer noch

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Julia P. (28, Name geändert) hat das P1 in München verklagt. 

Auch drei Jahre später leidet eine Frau noch immer unter den Folgen eines Unfalls im Münchner Nobel-Club P1. Das Oberlandesgericht gibt ihr Recht: Das P1 war schuld daran, aber nicht allein. 

München - Sie wollte ordentlich feiern, doch dieser Abend endete böse für Julia P. (28, Name geändert): Bei einer Veranstaltung im ­Nobel-Club P1 stürzte sie Mitte August 2016 auf der Terrasse und brach sich das Becken gleich dreifach. Die Schuld sah sie beim Betreiber und klagte auf 50.000 Euro Schmerzensgeld. In erster Instanz hatte das Landgericht die Klage der Vertriebs-Managerin abgewiesen. Am Dienstag dann die Berufung am Oberlandesgericht – und dort kamen die Richter zu einer ganz anderen Einschätzung: Demnach liege eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vor. „Das P1 hätte verhindern müssen, dass Gäste überhaupt auf die Bar klettern können.“ 

Frau war auf Bar geklettert, um Fotos zu machen – sie brach sich dreifach ihr Becken

Am Rand der Terrasse hatte Julia P. ein Podest betreten und von dort Fotos gemacht, war dann aber unglücklich gestürzt. Zwei Klinikaufenthalte folgten. Noch heute humpelt sie leicht. Und fordert deshalb Geld! Laut OLG war die verhüllte Bar nicht klar erkennbar gewesen. „Man hätte sie auch für eine Bühne halten können“, so die Richter. Dazu kommt: „Im Überschwang neigen Gäste zu solchen Aktionen, damit muss das P1 rechnen.“ 

Ganz unschuldig sei Julia P. allerdings auch nicht gewesen. Am Ende stand ein Vergleich: P. erhält 10.000 Euro vom P1, ihre Schmerzensgeld-Ansprüche sind damit abgegolten. 

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thi

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