Parkplätze für Hunderte Fahrzeuge

In Münchens Zentrum sollen Autos weichen - und unter die Oberfläche verschwinden: So sehen die Pläne aus

Bald kommen die ersten Autos: Projektleiter Bernhard Deurer (l.) in der fast fertigen Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring
+
Bald kommen die ersten Autos: Projektleiter Bernhard Deurer (l.) in der fast fertigen Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring.

München wächst und wächst. Daran wird auch Corona kaum etwas ändern. Auch die Zahl der Autos steigt: 852.263 Pkw waren zuletzt angemeldet. Im Zentrum soll ein Projekt Entlastung schaffen.

  • Im Münchner Zentrum Altstadt/Lehel stehen 2021 interessante Umbauprojekte an.
  • Einen wichtigen Punkt stellt die Reduzierung des stark frequentierten Autoverkehrs dar.
  • In München* sollen die Fahrzeuge zunehmend von der Oberfläche verschwinden - und die Lebensqualität steigen.

München - Ein Tiefpunkt soll ja zugleich die größte Chance für positive Veränderungen sein. Ähnlich kann die Situation in Altstadt-Lehel mit Blick auf 2021 betrachtet werden. Während im Corona-Jahr 2020* bei vielen Gastronomen und Händlern in der sonst so lauten und plötzlich leer gefegten Innenstadt die Stimmung in den Keller sank, wurde im Bezirksausschuss (BA 1) bereits wieder über Geld, Parkplätze und Grünflächen gestritten und unter der Oberfläche wurde einfach weitergebaut.

München: Im Bezirk Altstadt/Lehel entsteht eine moderne Tiefgarage mit viel Parkraum

Altes muss weg, damit Neues kommt: Gleich zu Beginn des Jahres wird das Fina-Parkhaus abgerissen. Es muss für den Neubaukomplex Hilde (nach dem Entwurf von Hild und K Architekten), das Projekt an der Hildegardstraße, weichen. Zusammen mit dem Münchner Immobilienentwickler Wöhr + Bauer will das Hotel Mandarin Oriental hier unter anderem seinen Standort erweitern. Auf rund 13.000 Quadratmetern ober- und unterirdischer Geschossfläche sollen zwei Gebäude entstehen, die laut Entwicklern einen qualitätsvollen Mix aus Wohnen, Lifestyle und Arbeiten schaffen. Durch einen unterirdischen Tunnel soll eines der Gebäude mit dem bestehenden Hotel verbunden werden. Geplant sind dort 51 neue Gästezimmer, 800 Quadratmeter Einzelhandel und acht der insgesamt 19 am Standort entstehenden exklusiven Penthouses der Marke Residences at Mandarin Oriental.

Ersatz für die Stellplätze des alten Parkhauses wurde am Altstadtring unter der Erde geschaffen: die Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring, auch Tom genannt, ist 140 Meter lang und mehr als 30 Meter breit. Sie bietet auf drei Ebenen Stellplätze für 520 Autos sowie eine Fußgängerunterführung mit Platz für 200 Fahrradboxen. Bis zu acht Elektroautos können in der Tiefgarage aufgeladen werden. Nach zwei Jahren Bauzeit wird sie im Frühjahr eröffnet.

München-Zentrum: Autos sollen zunehmend von der Oberfläche verschwinden

Zeitgleich befindet sich auch der Altstadt-Radlring im Umbau. Die neue Garage dient auch dem Parkraumkonzept Autofreie Altstadt der Landeshauptstadt München. Die Autos sollen von der Oberfläche verschwinden.

Das geschieht zum Beispiel beim Umbau des Tals: Um das Verkehrschaos zu bändigen und die Aufenthaltsqualität für Fußgänger, Radfahrer und öffentlichen Nahverkehr zu stärken, werden hier Stellplätze entfernt. Langfristig soll in Abstimmung mit den Anwohnern über weitere Maßnahmen wie etwa eine Begrünung nachgedacht werden.

Neu geordnet werden soll auch das Areal zwischen Fürstenfelder Straße und Färbergraben, der Georg-Kronawitter-Platz. Das Parkhaus am Färbergraben und das gegenüberliegende ehemalige Postgebäude sollen abgerissen und durch drei Neubauten ersetzt werden, die aus der Feder des Londoner Büros von Stararchitekt Norman Forster stammen.

München steht vor dem Verkehrskollaps. Eine Gebühr für Innenstadt-Fahrten soll gegen das Verkehrsproblem helfen. Was sie kosten soll und wer zahlen muss.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare