Fünf Bäume anstatt fließendes Wasser

Neugestaltung der Fußgängerzone steht: Kein Bach, sondern das Grau(en) für die Sendlinger Straße

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Eine Fußgängerzone, aber alles Grau in Grau: So wird die Sendlinger Straße in Zukunft aussehen.

Der Münchner Bauausschuss hat die Umgestaltung der Sendlinger Straße zur Fußgängerzone auf den Weg gebracht. Vom Tisch ist die Variante mit Bach, dafür kommt das Grau(en).

München - Kein Bach, dafür viel Beton. Also: jede Menge Grau! Der Münchner Bauausschuss hat die Umgestaltung der Sendlinger Straße zur Fußgängerzone auf den Weg gebracht. Für rund 3,5 Millionen Euro soll nun sukzessive der Bodenbelag an die bestehende Fußgängerzone angepasst werden. Zudem werden fünf Bäume gepflanzt, die mit Rundbänken versehen werden. Vor der Asamkirche, dem Asamhaus sowie vor den Passagen wird der Boden aus dunklerem Material gestaltet, um einen Akzent zu setzen.

Wie berichtet war der Straßenabschnitt von der Hackenstraße bis zum Sendlinger Tor für mehr als ein Jahr provisorisch als Fußgängerzone ausgewiesen worden. Die Stadt hatte mit dem Versuch testen wollen, wie die Erweiterung der Fußgängerzone ankommt. Die anfänglichen Proteste sind abgeebbt, sodass die Stadt Anfang nächsten Jahres mit der Umgestaltung beginnen kann. Mit der Fertigstellung wird Ende 2019 gerechnet.

Stadt lehnt Brunnen ab in der Sendlinger Straße ab

Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel hatte sich einen Brunnen gewünscht, das lehnt die Stadt aber ab. Stattdessen sollen die nahen Zierbrunnen besser in Szene gesetzt werden, ein Trinkwasserbrunnen installieren, der beispielsweise auf Höhe der Hackenstraße situiert werden könnte.

Auch abgelehnt wird der Vorschlag des Architekten Jürgen Piechotka, einen Bachlauf durch die Fußgängerzone zu führen. Die Verwaltung hält die Umsetzung nicht für praktikabel, außerdem zu teuer. Das Wasser müsste von dem Bach unter der Herzog-Wilhelm-Straße beschafft werden.

So sieht es in der Sendlinger Straße aktuell aus.

Grüne im Rathaus zufrieden

Die Grünen im Rathaus äußerten sich dennoch zufrieden mit den Plänen zur Umgestaltung. Stadtrat Herbert Danner sprach von einem notwendigen Stück Reparatur der Altstadt. „Wir hoffen, dass im Anschluss an die Umgestaltung der Sendlinger Straße auch der sich anschließende Kreuzungsbereich Sonnenstraße – Oberanger – Lindwurmstraße der erdrückenden Dominanz des Autoverkehrs entrissen und fußgänger- und radfahrerfreundlich gestaltet werden kann.“

Lesen Sie auch: Hier werden Fußgänger regelmäßig mit riskanten Manövern gefährdet - jetzt reagiert die Stadt

SPD-Fraktions-Chef Alexander Reissl sagte am Dienstag: „Die Fußgängerzone in der Sendlinger Straße funktioniert, sie sorgt für mehr Aufenthaltsqualität und wird sehr gut angenommen. Mit dem heutigen Beschluss sorgen wir dafür, dass aus dem Provisorium eine echte Fußgängerzone wird, mit ansprechender Gestaltung, mehr Bäumen und Möglichkeiten, sich niederzulassen. Wir freuen uns auf eine frische, gemütliche und lebhafte Sendlinger Straße.“

Sascha Karowski

Kommentar von Sascha Karowski: Chance leider vertan!

Die geplante Umgestaltung der Sendlinger Straße zur Fußgängerzone erfolgt nach altbewährtem Schema und ist damit freilich wenig innovativ. Die Stadt hat die Chance verpasst, mit einem Bachlauf ein städtebauliches Highlight zu erschaffen und die neue Fußgängerzone deutlich von den bestehenden abzuheben. So eine gesichtslose Fuzo könnte auch in Frankfurt, Köln oder in Berlin entstehen.

Zudem tragen die avisierten fünf Bäume auch wenig zur Begrünung der Innenstadt bei. Alltagsgrau! Mehr Grün, ein Bachlauf – all das hätte dazu beigetragen, die Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen. Und dafür sollten Fußgängerzonen doch auch da sein – und nicht nur, um Kaufwillige von A nach B zu bringen.

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