Video vom Isartor sorgte für Wirbel

München-Einsatz fragwürdig: Aber Polizei-Vertreter will rabiate Methode nicht verteufeln - „Alles denkbar“

S-Bahnhof Isartor
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Am S-Bahnhof Isartor kam es im Februar 2020 zu einem Polizei-Einsatz, der inzwischen die Staatsanwaltschaft beschäftigt.

Ein Video von einem Einsatz in München erhitzt die Gemüter. Nun hat sich ein Polizei-Vertreter zu der darauf abgebildeten Einsatzmethode geäußert.

München - Das Knien auf dem Hals von Verdächtigen kann aus Sicht des baden-württembergischen Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, in Ausnahmefällen vorkommen. „Im Gemenge ist alles denkbar“, erklärte Kusterer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Es geht immer um Verhältnismäßigkeit. Undenkbar ist es für mich nicht.“

Wirbel um München-Einsatz, weil Polizist auf Hals eines Mannes kniete

Die Polizei habe teils mit Menschen zu tun, die etwa unter Drogen stünden. Die Gewalt gegen Polizeibeamte scheine grenzenlos zu sein. „Da kann es durchaus sein, dass sie im Handgemenge kurzzeitig auch mal auf dem Hals landen.“ Es sei aber nichts, was die Polizei trainiere, es zähle auch nicht zum Repertoire der Abwehrtechniken.

Die Staatsanwaltschaft München* I überprüft derzeit einen Einsatz der Bundespolizei vom Februar 2020. Auf einem Video des Einsatzes aus einer Polizisten-Bodycam* ist zu sehen, wie ein Polizist auf Kopf- und Halsregion eines um Hilfe rufenden Mannes kniet. Das Geschehen spielte sich am S-Bahn-Halt Isartor ab.

Fall in München mit Parallele zu Einsatz gegen George Floyd?

Das Video erinnert auf den ersten Blick - auch wenn die Folgen nicht zu vergleichen sind - an den tödlichen Polizeieinsatz gegen George Floyd* in den USA, der eine Welle des Entsetzens und große Proteste ausgelöst hatte. Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden.

Ein Polizist presste sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser immer wieder flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor das Bewusstsein und starb wenig später. Der Polizist wurde zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. (dpa) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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