Was steckt dahinter?

Rätsel um den Tunnel am Sendlinger Tor - Schild entdeckt

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Am Sendlinger Tor ist ein Schild aus der Nazi-Zeit aufgetaucht.

Ein altes Schild im U-Bahnhof Sendlinger Tor ist im Zuge von Bauarbeiten aufgetaucht. Es bringt Erstaunliches zutage. Hat Hitler mehr gegraben? Historiker rätseln noch.

München - Dieses alte Schild im U-Bahnhof Sendlinger Tor war lange Jahre verborgen – jetzt, wo man es wegen der Bauarbeiten wieder sehen kann, stellt es selbst Historiker vor ein Rätsel. Stammt es aus der Nazi-Zeit? Hat Adolf Hitler im Münchner Untergrund etwa mehr graben lassen, als wir bisher wissen?

Im Zuge der Sanierung und Modernisierung des U-Bahnhofs wurden unter anderem die Wandverkleidungen abgenommen. Durch das Freilegen der Wand kam direkt bei der Einfahrt der Bahnlinien U1 und U2 eine alte Anweisungstafel fürs Personal zum Vorschein: „Achtung Fahrbetrieb – Stollen nur auf Laufsteg begehen!“

Bau hat erst in den 1970ern begonnen

Aber: Nicht der Hinweis an sich ist erstaunlich, sondern die benutzte Schriftart. Sie erinnert sehr an die Zeit des Nationalsozialismus. Wurde dieser Tunnel etwa auch unter der Federführung Hitlers gebaut? Das kann eigentlich nicht sein. Laut MVG-Sprecher Matthias Korte hat der Bau dieses Tunnels erst in den 70er-Jahren begonnen, erstmals rauschten am 18. Oktober 1980 die U-Bahnlinien 1 und 2 durch.

Laut Baureferat ist bisher nur bekannt, dass das einzige Vorkriegsbauwerk der Münchner U-Bahn die Station am Goetheplatz ist. Von hier aus führt der sogenannte Lindwurmtunnel zwar auf 590 Metern in Richtung Sendlinger Tor – der Tunnel liegt aber ein Stockwerk höher. Hier fahren heute die Bahnlinien U3 und U6.

Bahnnetz in München: Bauarbeiten begannen 1938

Die Bauarbeiten für ein Münchner Stadtbahnnetz begannen am 22. Mai 1938. Das NS-Regime wollte die „Hauptstadt der Bewegung“ modernisieren. Hitler hielt zum Spatenstich eine Rede, Böllerschüsse krachten. Dann rammte „Dampfhammi“, wie Liedermacher Weiß-Ferdl das Ungetüm nannte, den ersten Stahlträger in den Boden.

Die Deutsche Reichsbahn baute, und schon wenige Jahre später sollte eine S-Bahn unterirdisch zwischen Harras und Freimann verkehren. Die ersten Züge waren schon bestellt – doch 1941 war nach 590 Metern Schluss. Männer und Material wurden für den Krieg gebraucht.

Zurück blieben ein Bahnhof und ein Stück Tunnel im Rohbau. Während der Bombennächte diente der Stollen als Luftschutzbunker. Danach wurde es still um das Bauwerk. Zum Teil verfüllte man es mit Geröll. Anfang der 50er-Jahre betrieb jemand sogar eine Schwammerlzucht darin. Das warme und feuchte Klima lässt die Pilze perfekt sprießen! Erst 1965 wurde dann der Bau der Münchner U-Bahn beschlossen, der alte Tunnel, in dem heute U3 und U6 verkehren, sollte Anschluss ans Netz finden.

Aber wie kommt nun das Schild in Frakturschrift in einen U-Bahn-Tunnel aus den 70er-Jahren? Historiker und Experten versuchen derzeit, dem Geheimnis dieses historischen Fundes auf die Spur zu kommen.

Tina Layes

Video: Weltreise durch München

Infolge eines heftigen Ehestreits sperrte sich eine Frau in München in ihrem Schlafzimmer ein. Kurz darauf musste die Feuerwehr ausrücken.

Bedrohungslage am Montag: Ein ICE aus München musste in Nürnberg geräumt werden. Die Polizei reagierte damit auf eine konkrete Drohung.

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