Ausstellung im Rathaus

Das München der Zukunft: Hier können Sie es schon heute sehen

OB Dieter Reiter und Elisabeth Merk in der Ausstellung.
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OB Dieter Reiter und Stadtbaurätin Elisabeth Merk in der Ausstellung.

Wie kann München lebenswert bleiben?  Wie beeinflusst die Digitalisierung unseren Alltag? All dieseFragen behandelt eine Ausstellung in der Rathausgalerie.

  • München boomt und wächst und muss sich ständig neuen Herausforderungen stellen.
  • Die Ausstellung zur Zukunft der Stadt wurde am Mittwoch im Rathaus eröffnet.
  • Dort werden Themen wie Digitalisierung und Mobilität behandelt.

München - Nichts ist beständiger als der Wandel. Das weiß man. Eine Stadt fit für die nächsten Generationen zu machen, heißt, sie weiterzuentwickeln: Digitalisierung, sozialer Zusammenhalt, Wohnungsbau, Mobilität – all dies muss bei den politischen Weichenstellungen berücksichtigt werden und ineinanderfließen. Die Ausstellung des Planungsreferats zeigt Leitplanken für die kommenden Jahrzehnte auf. Sie kann bis zum 5. März jeweils von 11 bis 19 Uhr in der Rathausgalerie am Marienplatz besichtigt werden.

MVG plant Busbeschleunigungsspuren

Am Mittwoch fand die Eröffnung mit OB Dieter Reiter (SPD) und Stadtbaurätin Elisabeth Merk statt. Aus Sicht Reiters ist das dominante Zukunftsthema die Verkehrswende. München richtet sein Hauptaugenmerk auf den Fuß- und Radverkehr sowie die öffentlichen Verkehrsmittel. Darüber herrscht weitgehend politische Einigkeit. Bis zum Jahr 2025 soll das städtische Radwegenetz auf einer Streckenlänge von 450 Kilometern ausgebaut werden. Die MVG plant neue Busbeschleunigungsspuren und will im Bereich der Altstadt das Busnetz ergänzen. Zudem will die Stadt den Autoverkehr, so weit es geht, aus dem Herzen Münchens verbannen und neue Fußgängerzonen errichten. Bereits begonnen haben die ersten Maßnahmen für die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 vom Laimer Platz nach Pasing sowie der Bau der Tram-Westtangente. Doch es geht auch um neue Mobilitätsformen wie eine Seilbahn entlang des Frankfurter Rings. Oder darum, dass Dienstleister bei der Auslieferung von Paketen zunehmend auf Fahrradkuriere setzen. Wie zum Beispiel UPS es bereits vormacht.

Dass die Digitalisierung mittlerweile alle Lebensbereiche durchdrungen hat, ist klar. Für die Stadt stellt sich jedoch die Frage, welchen Nutzen die Allgemeinheit davon hat. Die Verwaltung arbeitet mit Hochdruck an schlauen Lösungen, die unser aller Leben einfacher machen sollen. In Freiham und Neuaubing-Westkreuz werden innovative „Smart City“-Komponenten in einem Bestandsquartier und einem Neubauviertel getestet. Von der E-Mobilitätsstation, an der ganz nach Bedarf Fahrräder, E-Bikes, Lastenräder oder Autos ausgeliehen werden können, bis zum intelligenten Lichtmast, an dem die Infrastruktur fürWlan-Verbindungen bereitgestellt wird. Mithilfe der digitalen Signale können aber auch Verkehrsmessungen durchgeführt oder Schadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide gemessen werden. Aus Sicht von OB Reiter wäre es wichtig, wenn die Masten auch für das Parkraummanagement nutzbar gemacht würden, um den Parksuchverkehr zu reduzieren.

Ausweis und Führerschein sollen online beantragt werden können

Triste Trabantenstädte gehören der Vergangenheit an. Nach dem Vorbild beliebter Innenstadtquartiere wie Schwabing oder dem Lehel entsteht in Freimann auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne ein urbaner Mix aus Wohnen, Gastronomie, sozialen Begegnungsstätten, Kultur und Gewerbe. Dort sollen nicht nur Wohnbaugenossenschaften eine Heimat finden, sondern nach den Vorstellungen Merks zum Beispiel auch Mobilitätsgenossenschaften gegründet werden. Auf dem Gelände der Prinz-Eugen-Kaserne entsteht eine ökologische Mustersiedlung mit 600 Wohnungen in reiner Holzbauweise.

Von praxisnaher Bedeutung wäre für die Bürger, wenn Behördengänge vermieden würden. Wer sich um- oder abmelden, einen neuen Ausweis oder Führerschein beantragen will, soll das noch 2020 online tun können. Das ist Reiter wichtig: „Moderne Mobilität geht ohne Digitalisierung nicht.“

Architektonisch wird die Stadt ebenfalls ihr Gesicht verändern – so weit es geht mit ausreichend Freiräumen und Grün. In der Altstadt wird der bisher triste Sattlerplatz am Hirmer-Parkhaus – nun umgetauft in Georg-Kronawitter-Platz – ein neues Antlitz mit vielen Bäumen und Gastronomie im Freien erhalten. Der neu gestaltete Hauptbahnhof und sein Vorplatz sollen wie ein Tor zur Stadt wirken. Das 50 Jahre alte Arabella-Hochhaus in Bogenhausen wird abgerissen – und durch Münchens erstes „grünes Hochhaus“ ersetzt.

Klaus Vick und Daniela Schmitt

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook -Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

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