Neue Serie 

Münchens schlimmste Verbrecher: Juwelier kämpfte zweimal mit bewaffneten Räuberbanden

Der Moment des zweiten Überfalls. Mit gezogener Waffe zielt Serienräuber Branko S. auf den Besitzer und dessen Sohn. Rechts sitzt die Freundin des Sohnes

Die neue tz-Serie zeigt Münchens schlimmster Verbrecher. Dieses Mal geht es um einen Juwelier, der mit einer bewaffneten Räuberbande zu kämpfen hatte. 

Ein gepflegter Mann im modischen Outfit mit gut sitzendem Sakko – kann solch ein Dandy-Typ ein Räuber sein? Oh ja, er kann: Und was für einer! Auch wenn die Sache für ihn nicht gut ausging, wie die alten Blutflecken an Sakko und Hose beweisen...

Überfälle auf Goldstube: Familie griff todesmutig ein 

Zweimal schon wurde der Juwelierladen Goldstube am Viktualienmarkt überfallen. Zweimal griff die Händler-Familie todesmutig ein. Im Nachhinein erwies sich: Das war gefährlich. Es hätte sie das Leben kosten können:

Die Goldstube in der Westenriederstraße wurde schon zweimal von Räuberbanden heimgesucht

23. Juni 2013: Brüllend („Get down! Get down!“) stürmt Dandy-Räuber Josif N. (37) mittags in den Laden. Während er nervös mit einer scharfen Pistole herumfuchtelt, folgt ihm der Komplize – mit dem Vorschlaghammer. Aus den Vitrinen entnimmt er Uhren im Wert von 57 000 Euro. Ladenchef Marco H. (49) stellt sich schützend vor seinen Sohn Moritz (21) und dessen Cousin (40) – und entreißt dem Räuber die scharfe Waffe, die zu Boden fällt. Jetzt geht der Mann mit dem Hammer zum Angriff über, schlägt Marco H. das schwere Werkzeug in den Rücken. Er bricht ihm damit zwei Wirbel und verletzt auch die anderen beiden erheblich. Dann lässt er den Hammer fallen und rennt davon – dicht gefolgt vom Komplizen. Moritz H. hebt den Hammer auf, schleudert ihn hinter dem Fliehenden her. Volltreffer! Josif N. stürzt, prallt mit dem Kopf in den Rinnstein. Seine blonde Perücke verrutscht. Er steht noch mal auf – und sackt nach ein paar Metern blutend und betäubt zusammen. Polizisten und Sanis müssen ihn nur noch aufsammeln. Zum Prozess im November 2014 erscheint er in dem selben, blutbefleckten Outfit: „Ich habe nichts anderes,“ sagt er. Den Namen des Komplizen verriet er übrigens nie – angeblich aus Angst vor Rache.

Beim zweiten Überfall kamen die Täter auch schwer bewaffnet   

29. Januar 2016: Nicht weniger dramatisch verläuft der zweite Überfall. Wieder um die Mittagszeit stürmen drei Täter die Goldstube. Wieder sind Chef Marco H. (51) und Sohn Moritz (23) im Laden. Die Täter sind ebenfalls schwer bewaffnet – mit Axt, Pistole und Pfefferspray. Und wieder geht Chef Marco H. zur Gegenwehr über. Er zieht eine täuschend echt wirkende Gaspistole aus der Schublade – und drückt ab!

In heller Panik stürzen die Räuber auf die Straße, die Händler hinterher. Draußen kommt es zu einer wilden Rangelei, bei der Räuber Branko S. die ganze Zeit die Waffe in der Hand hat. Einer wirft die Axt nach Marco H., verfehlt ihn knapp. Branko S. (34) wird noch in der Westenriederstraße von Passanten festgehalten. Er hat bereits in Hamburg einen Juwelier überfallen. Seinen Komplizen Bela B. (23) fasst die Polizei in Augsburg. Beide sitzen gerade lange Haftstrafen ab. Vom dritten Mann – dem Kroaten Nico – fehlt jede Spur.

In den bisherigen Teilen der Serie um Münchens schlimmste Verbrecher ging es um einen nervösen Mann im Trenchcoat, der nur seine Eltern stolz machen wollte, den Teufel von Herrsching, einen Stalker, der zum Mörder wurde, und einen grausamen Täter, der aus purer Mordlust eine halbe Familie auslöschte

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