„Muss Ausnahmefall bleiben“

“Bedauerliche“ Banner-Aktion am Rathaus: Stadt will sich Löwen-Sponsor zur Brust nehmen

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Tauchte plötzlich auf der Fassade am Rathaus auf: das Logo der Versicherung „die Bayerische“ (kleines Foto).

Dem Hauptsponsor des TSV 1860 München, der Versicherung „die Bayerische“, droht Ärger mit der Stadt. Das Unternehmen hatte ohne Genehmigung Werbung auf das Rathaus projiziert.

Jens Röver sitzt für die SPD im Stadtrat

München - Die Verwaltung ist über die Aktion sauer, SPD-Stadtrat Jens Röver fordert eine rasche Aufklärung. Was war passiert? Beim Christkindlmarkt am Donnerstagabend erschien plötzlich das Logo der Versicherung auf der Rathaus-Fassade. Pressesprecher Wolfgang Zdral sagt auf tz-Anfrage: „Die von uns mit der Durchführung der Aktion beauftragte Agentur hat vorab eine Genehmigung für die Produktwerbung beim Referat für Arbeit und Wirtschaft eingeholt.“ Zudem hätten Mitarbeiter des Referats, die Polizei und zusätzlich der Sicherheitsdienst vor dem Rathaus bei der Aktion vor Ort die Genehmigung kontrolliert und nichts beanstandet.

„Dokumentarische Aufnahmen“ am Rathaus München angemeldet

Kann das sein? Wird das Rathaus nun zur Litfaßsäule? Nein, sagt der Sprecher des Referates, Wolfgang Nickl. „Die Agentur hat eine Drehgenehmigung für den Markt beantragt. Angemeldet wurden dokumentarische Aufnahmen für soziale Medien. Als Szenenbeschreibung hatte die Agentur ,Begleitung verkleideter Nikoläuse‘ angegeben.“

Das Referat ist Veranstalter des Marktes und erteilte die Drehgenehmigung. „Weitere Promotion-Aktionen, etwa Projektionen auf dem Gebäude, wurden von der Agentur nicht angemeldet und von uns auch nicht erlaubt.“

Stadt München: „Rechtliche Schritte behalten wir uns vor“

Das zuständige Kommunalreferat will jetzt den Hauptsponsor der Löwen anschreiben und um Stellungnahme bitten. „Eine Illumination des Baudenkmals unterliegt strengen Vorgaben und wird nur in Ausnahmefällen durch den Oberbürgermeister genehmigt.“ Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) sagte der tz: „Rechtliche Schritte behalten wir uns vor.“

SPD-Stadtrat Jens Röver, der das Banner am Donnerstagabend entdeckt hatte, will den Vorfall nun rasch aufgeklärt wissen. Heute soll eine Anfrage gestellt werden. „Das Rathaus ist ja kein Werbebanner für irgendwelche Firmen. Es ist ein öffentliches Gebäude, ein Baudenkmal und letztlich auch ein Symbol für die Stadt.“ Ob Bayernfan Röver auch geschimpft hätte, wenn der FCB-Sponsor das Rathaus für Werbung genutzt hätte? „Das ist mir absolut egal. Es geht darum, dass es verboten ist. Das muss ein bedauerlicher Ausnahmefall bleiben.“

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