Zu Corona-Zeiten ist alles anders

Bitter: Wahrzeichen am Viktualienmarkt fehlt schon wieder - Plan endet in Ernüchterung

Maibaumlos: Der Münchner Viktualienmarkt.
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Maibaumlos: Der Münchner Viktualienmarkt.

Der Maibaum auf dem Viktualienmarkt fehlt zum zweiten Mal in Folge. Nun gab es einen Vorstoß des Bauernverbands – der jedoch wegen mangelnder Gesundheit des auserkorenen Stangerls scheiterte.

München - Der Viktualienmarkt ohne Maibaum ist wie München* ohne die Wiesn: eigentlich undenkbar. Aber in Zeiten von Corona ist eben alles anders. Zumindest in Bezug auf das Traditionsstangerl am Markt gab es jüngst einen Hoffnungsschimmer: Der Bezirksverband Oberbayern des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) wollte der Stadt einen Maibaum spenden. Dafür wurde bereits im Landkreis Freising eine große Douglasie gefällt.

Doch bald folgte die Ernüchterung: „Als wir uns den Baum genauer angesehen haben, haben wir eine Einkerbung festgestellt“, erklärt Ralf Huber, Präsident des BBV Oberbayern. Der Landwirt und seine Kollegen entschieden, sicherheitshalber auf den Baum zu verzichten. „Wir waren uns nicht sicher, ob der Baum gesund und stabil genug ist“, erklärt der 54-Jährige. Schade für die Douglasie, sie wird stattdessen zu Bauholz.

Maibaum am Viktualienmarkt: „Wir sehen uns auf jeden Fall weiter nach einem Baum um“

War’s das nun heuer mit dem Maibaum am Markt in der Altstadt*? „Wir sehen uns auf jeden Fall weiter nach einem Baum um“, beteuert Huber. Auch seitens der Stadt bedauert man den Mangel. „Wir suchen gemeinsam mit dem Brauereiverband nach Lösungen, wie wir diese maibaumfreie Zeit angemessen überbrücken können“, sagt Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU).

Seit 1962 stiften die Brauereien traditionell den Baum. Bereits 2020 hatte die Pandemie einen neuen verhindert. Laut Brauereiverband hätten zu viele Leute auf zu engem Raum an dem Baum gearbeitet – und ein Maibaumfest hätte auch nicht stattfinden können. Heuer sieht das nicht anders aus. Sollte nun noch ein passender Baum gefunden werden, wird es für dieses Jahr ohnehin knapp. Huber: „Der Baum müsste erst mal zwei bis drei Monate gelagert werden, bis er trocken genug ist.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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