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„Es ist ganz traurig“: Bedrückende Corona-Stimmung am Viktualienmarkt - dann brennt es auch noch

Am Viktualienmarkt hat es gebrannt.
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Am Viktualienmarkt hat es gebrannt.

Am Viktualienmarkt hat es am Dienstag gebrannt. Ohnehin tut sich dort im Moment viel - nicht nur wegen Corona und der anstehenden Sanierung.

  • Am Viktualienmarkt hat es am Dienstag gebrannt.
  • Das Coronavirus* hat das Markttreiben ohnehin fast zum Erliegen gebracht.
  • Der Markt wird saniert, für viele Stände stehen Veränderungen an.

München - Dicke Rauchschwaden liegen meterhoch über dem Herzen der Stadt, beißender Geruch zieht durch die Luft. Feueralarm am Dienstagnachmittag an der Metzgerzeile am Viktualienmarkt: In der Filiale von vinzenzmurr hat es gebrannt!

Gegen 15.45 Uhr qualmte es aus dem Ladenlokal der Metzgerei. „Ich habe gesehen, wie plötzlich die Angestellten aus dem Geschäft gerannt sind. Einer hatte einen Feuerlöscher in der Hand – und es hat überall geraucht“, berichtet ein Augenzeuge der tz. Erschreckende Bilder aus der Innenstadt, die durch ihre Leere gerade ohnehin gespenstisch wirkt.

Brand am Viktualienmarkt: Feuerwehr rückt an

Die Feuerwehr rückte mit einem Löschzug und 18 Mann an, um den Brand zu löschen. Auch die Polizei war vor Ort, um den Bereich abzusperren. „Nachdem das Feuer gelöscht war, erfolgten noch Nachlöscharbeiten“, erklärt ein Sprecher der Branddirektion München.

Immerhin: So gefährlich die Szene auch aussah, ging sie noch glimpflich aus. Eine Person erlitt eine leichte Rauchvergiftung, ansonsten wurde zum Glück niemand ernsthaft verletzt. Die Geschäftsführung machte sich gleich nach Bekanntwerden auf den Weg zur Filiale, um sich vor Ort ein Bild des Geschehens zu machen. Was genau das Feuer ausgelöst hat, ist noch unklar. Auch der Sachschaden wird noch beziffert.

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Coronavirus und Sanierung: Münchner Viktualienmarkt verändert sein Gesicht

Der Viktualienmarkt verändert derzeit sein Gesicht – nicht nur wegen Corona, dem Brand und der anstehenden Sanierung. Manche Stände stehen leer, sollen neu ausgeschrieben werden. In einigen Fällen ist das schon erfolgt.

Elke Fett schaut aus ihrer Wohnung aus dem Fenster auf den Viktualienmarkt. „Es ist sehr traurig, das geht mir sehr ans Herz“, sagt die Chefin der Marktfrauen. Ihr Geschäft ist zu, weil Fett keine Lebensmittel verkauft. Das tägliche Markttreiben ist eingeschränkt. „Es ist ganz öde“, sagt sie. „Aber es muss jetzt halt sein, damit wir in ein paar Wochen wieder aufmachen können.“

Und dann erwarten die Marktfrau vielleicht schon ein paar neue Standl. Denn einige stehen leer und sind neu ausgeschrieben. Bei einigen ist ein Wechsel bereits erfolgt. Der Infostand (gegenüber dem Liesl-Karlstadt-Brunnen am Biergarten) wird gerade noch vom Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) mit dem „House of Foods“ bespielt. Anschließend rückt das Baureferat an. Arbeiter werden den Stand dann als Test sanieren, um Erfahrungen für die anstehende Sanierung des gesamten Marktes zu sammeln. So soll sichergestellt werden, dass die übrigen Stände nur möglichst kurzzeitig durch Sanierungsmaßnahmen betroffen sind.

Viktualienmarkt in München: Neue Stände für den Kult-Marktplatz

• Der ehemalige Stand „Reitmayer“ war bis 13. März ausgeschrieben. Das Kommunalreferat hat etwa 80 Bewerbungen erhalten, die nun geprüft werden. Wunsch ist, einen Anbieter für Lebensmittel oder Gastronomie zu finden. Spannend wäre jemand, der ein Konzept anbietet, das es auf dem Markt noch nicht auf dem Markt gibt.

• Auch einen Wechsel gibt es beim Stand „Höflinger-Müller“. Er ist weiterhin in Betrieb. Der Übergang zu einem neuen Bäcker soll nahtlos erfolgen, da das gleiche Sortiment verkauft werden wird.

• Neu vergeben ist bereits der ehemalige Stand „Schmeißer“. Die Umbauarbeiten dauern noch bis Ende März. Anschließend wird der Stand von der Betreiberin eingerichtet und einer Probephase unterzogen. Ab Mai soll dort Patisserie angeboten. Ob der Zeitplan wegen der Corona-Pandemie eingehalten werden kann, ist aber noch fraglich.

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Münchner Viktualienmarkt: Stand „Kumpf“ wechselt den Besitzer

• Der ehemalige Stand „Kumpf“ wechselt ebenfalls den Besitzer. Künftig soll dort Obst und Gemüse verkauft werden. Der Umbau für den neuen Betreiber soll Ende Mai abgeschlossen sein.

• Noch diesen Monat soll der Laden von „Schlagbauer“ in der Metzgerzeile ausgeschrieben werden. Die Rückgabe war erst im Januar erfolgt.

Derzeit bereitet das Baureferat die europaweite Vergabe der Markt-Sanierung vor. Die ersten Baumaßnahmen sollen nicht vor 2022 beginnen. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) sagte auf Anfrage: „Verwaltung, Politik und Händlerschaft standen und stehen laufend zu den Themen Standvergaben, Ausschreibungen und Marktsanierung in Austausch. Gerade jetzt braucht es ein Miteinander und kein Gegeneinander. Der Viktualienmarkt verdient unseren Schutz und einen sorgsamen Umgang.“

Christina Meyer, Peter Schlingensief, Sascha Karowski

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