Neueröffnungen in Pandemie-Zeiten

Dem Corona-Lockdown zum Trotz - Standl-Boom am Viktualienmarkt

Der Viktualienmarkt in München.
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Der Viktualienmarkt in München.

Geschlossene Geschäfte, wenig Passanten – vielerorts in München ist das Leben derzeit eingebremst. Das Herz der Stadt aber, der Viktualienmarkt, pulsiert.


München - „Vollbelegung am Viktualienmarkt – und das in diesen turbulenten Zeiten“, teilte Werkleiterin Kristina Frank am Freitag freudig mit. Frisches Obst, feine Gewürze oder ein Leberkäs vom Markt – die Schmankerl lassen sich viele Münchner* gerade im Lockdown nicht entgehen. Von den 107 Ständen am Viktualienmarkt dürfen derzeit rund 15 Prozent wegen Corona* nicht öffnen (außer Click & Collect).

Als Anlaufstelle für die Kunden hat neuerdings die Marktaufsicht das letzte freie Standl am Markt bezogen – was auch die Zusammenarbeit mit den Händlern noch besser fördern soll. Wie Aufseher Jörg Klärner erklärte, müsse er derzeit vor allem Besucher auf die Maskenpflicht aufmerksam machen. „Aber 99 Prozent der Leute sind nett und halten sich an die Regeln.“

Viktualienmarkt: „Satt und gut“ - Öffnung voraussichtlich Ende März

Der jüngste Neuzugang auf dem Viktualienmarkt ist das Standl „satt und gut“ von Sabine Köhl, die eine Öffnung voraussichtlich Ende März plant. Regionale Produkte wie Hülsenfrüchte, Speiseöl, Tofu und Getreideprodukte aus der Region wird sie dann verkaufen.

„Wilde Zeiten“ sind seit Dezember in der Metzgerzeile ausgebrochen: Hier haben die Geschwister Sabine und Christian Kroiß eine Wildmetzgerei eröffnet. „Wir haben uns letztes Jahr im Lockdown beworben und im Sommer die Zusage bekommen“, erzählt Sabine Kroiß (40). Frisches Wild aus eigener Jagd und aus der Region – von Wildbolognese bis zur Hirschsalami – gibt es in dem hell und modern eingerichteten Verkaufsraum. Und die Kunden stehen Schlange. „Wir sind gut angenommen worden“, freuen sich die Geschwister. Gleiches erhofft sich ein genossenschaftlicher Supermarkt, der mit einem außergewöhnlichen Konzept in München seine Pforten öffnet.

Viktualienmarkt: Kombuchas, Obst, Gemüse - Geschäfte laufen besser

„First8 Kombucha“ heißt der Stand von Neuzugang Hanna Schumacher (37). Kombucha, ein fermentiertes Teegetränk, stellt die 37-Jährige selbst in ihrer Manufaktur in Baldham her. Eigentlich arbeitete sie nach ihrem VWL- und BWL-Studium lange im Marketing bei BMW und dann bei einem chinesischen Elektro-Startup-Unternehmen. Auf einer Dienstreise in die USA aber lernte sie das angesagte Kombucha-Getränk näher kennen und bewarb sich letztes Jahr für das Marktstandl. Als die Zusage kam, war sie überglücklich: „Das ist ein tolles Arbeitsumfeld“, schwärmt sie.

Das bestätigt Teresa Koblbauer, die Betreiberin von „Resi am Markt“. Saftiges Obst und Gemüse, aber auch frisch gepresste Säfte und Smoothies sowie Marmeladen und Sugos, bevorzugt in Bio- und Demeter-Qualität, gibt es hier. Koblbauer (29) hat den Stand im Juli eröffnet und ist „froh, dass es geklappt hat“. Das Geschäft entwickle sich trotz Lockdowns immer besser. „Man fühlt sich angekommen.“ *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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