Große Pläne für das „Gedächtnis der Stadt“

Wird das Stadtmuseum für acht Jahre dicht gemacht?

+
Luftig und lichtdurchflutet: So soll das neue Stadtmuseum in München aussehen.

Die Sanierung des Stadtmuseums soll sich fast acht Jahre hinziehen. Das geht aus einer Vorlage hervor, mit der sich der Stadtrat befasst. Nicht nur wegen des Zeitplans sehen einige Politiker den Umbau kritisch, auch wegen der Kosten. Derweil steht fest, wo das Museum interimsmäßig hinziehen wird.

München - Das Münchner Stadtmuseum ist das größte kommunale Museum Deutschlands mit circa 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, einer Sammlung von circa drei Millionen Kunst- und Kulturgütern, zwischen zehn und 15 Wechselausstellungen jährlich und rund 170.000 Besuchern pro Jahr. Eröffnet wurde es im Jahr 1888 – jetzt muss es dringend saniert werden. Außerdem wird das Konzept überarbeitet. Der Stadtrat entscheidet am Mittwoch, ob ihm dies alles rund 200 Millionen Euro wert ist. Zuletzt war Kritik laut geworden, da einigen Stadträten die Kosten zu hoch sind. Ferner macht die lange Bauzeit skeptisch.

Stadtmuseum-Umbau: Baubeginn Ende 2022

In einer Vorlage für den Stadtrat schreibt die Verwaltung, dass mit einer Bauzeit von 4,5 Jahren zu rechnen ist. Hinzu kommen jeweils circa eineinhalb weitere Jahre für Auszug und Wiedereinzug mit Inbetriebnahme der Haustechnik mit Klimatisierung und der Sicherheitstechnik. „So wird mit einer Auslagerung von mindestens 7,5 Jahren gerechnet.“ Frühester Baubeginn soll Ende 2022 sein, sofern bis dahin Interimsräume bezogen werden können. Informationen unserer Zeitung zufolge soll das Museum während der Bauzeit nahe dem Arri Kino an der Türkenstraße untergebracht werden.

CSU-Kultursprecher Richard Quaas sieht zwar die Notwendigkeit, die Sanierung voranzutreiben, ist aber wegen der Kosten zurückhaltend. „Das Museum ist wirklich sanierungsbedürftig, auch die Präsentation muss dem Nutzerverhalten angepasst und gründlich modernisiert werden. Jetzt muss aber erst einmal die Finanzierung abgeklopft werden, ob überhaupt finanziell der Spielraum vorhanden ist, neben den anderen kulturellen Großvorhaben.“ Tatsächlich stehen der Stadt einige Investitionen im Kulturbereich bevor. So erhält das Volkstheater für 131 Millionen Euro einen Neubau auf dem Viehhofgelände, und die Generalsanierung des Gasteig schlägt mit rund 450 Millionen Euro zu Buche.

Lesen Sie auch: Neue Definition für das Kilogramm in Kraft

„Ein Stück weit werden wir in den sauren Apfel beißen müssen“, sagt SPD-Kultur-Sprecher Hans-Peter Rupp. „Das Stadtmuseum ist das Gedächtnis der Stadt, das wir erhalten müssen. Der Neubau kann zudem architektonisch zur Aufwertung beitragen.“ Dass das Projekt notwendig ist, darüber herrscht fraktionsübergreifend Konsens. Grünen-Chef Florian Roth sagte am Sonntag: „Im Sommer mussten Teile immer wieder geschlossen werden, weil es ewig nicht mehr saniert wurde.“ Mithin seien die Arbeiten überfällig. „Der Wettbewerb ist Jahre her. Für mich unerklärlich, warum das so lange dauert, bis es losgeht.“ Die Schließung sollte natürlich so kurz wie möglich sein. „Acht Jahre käme mir lang vor.“

Raus aus der Stadt – dorthin, wo man sich noch ein Häuschen oder eine Eigentumswohnung leisten kann. Wer das plant, muss gut rechnen. Der neue Postbank-Wohnatlas zeigt, ab wann es sich wirklich lohnt, wenn man die Pendel-Kosten berücksichtigt.

Der Mode-Riese H&M schließt zwei bekannte Filialen in München. Die Gewerkschaft Verdi kündigt Massenklagen an.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Beliebte Schauspielerin tot - Rolle in Münchner-Kultserie machte sie berühmt
Beliebte Schauspielerin tot - Rolle in Münchner-Kultserie machte sie berühmt
Nach Berliner Vorbild: Neues System soll Münchner U-Bahnen revolutionieren
Nach Berliner Vorbild: Neues System soll Münchner U-Bahnen revolutionieren
Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Spur des Schreckens: Jugendliche ziehen nachts durch Stadt und legen Brände - Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Spur des Schreckens: Jugendliche ziehen nachts durch Stadt und legen Brände - Feuerwehr verhindert Schlimmeres

Kommentare