Sie wollen wieder zu Ludwig Beck

Rikscha-Fahrer drehen am Rad: Wir brauchen einen festen Standplatz

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Am Marienplatz würden die Rikscha-Fahrer -gerne wieder ihre Pedal-Dienste anbieten.

Nur noch eine Woche, dann startet die Saison für Münchens Rikscha-Fahrer. Ab dem 1. April dürfen sie wieder Passagiere durch die Stadt strampeln. Das Problem ist nur: Keiner der Fahrer weiß im Moment, wo er stehen und auf Kunden warten darf.

München - Und noch schlimmer: „Wir sollen offenbar an den Rand des Stadtkerns gedrängt werden!“, vermutet Falk Hilber, Sprecher der rund 200 Rikscha-Fahrer.

Circa zwei Jahre lang durften die Rikscha-Fahrer vor dem Kaufhaus Ludwig Beck auf Kundschaft warten. „Dieser Standort war für uns ideal“, erklärt Hilber. „Am Marienplatz finden wir die meisten Kunden, nämlich die Touristen.“ Doch die Genehmigung endete im Herbst 2017, als die Hugendubel-Baustelle umzäunt und aus der Fahrbahn eine Fußgängerzone wurde.

Die Rikschas zogen weiter zum Platz vor der Statue der „bezaubernden Julia“ am ­Alten Rathaus. Für diesen Standort beantragten Hilber und seine Kollegen im vergangenen Herbst eine offizielle Sondergenehmigung. Doch bis heute haben sie keine ­Antwort der Stadt erhalten. „Meine Kollegen fragen schon immer, wie es weitergeht. Aber ich kann sie nur vertrösten.“

Derzeit stehen die Radl-Taxis meist zwischen dem Alten Rathaus und dem Viktualienmarkt.

Keine offizielle Genehmigung und offenbar sind die Rikschafer vor dem ­Alten Rathaus auch nicht mehr geduldet: „Kürzlich hat jemand über Nacht ­einige riesige Blumenkübel aufgestellt, die den Platz vor der Statue einengten“, berichtet Hilber. „Zum Glück waren die Kübel nach zwei Tagen wieder weg.“

„Rikschas können langsamer als Schrittgeschwindkeit fahren“

Am liebsten würden die Rikscha-Fahrer wieder zu Ludwig Beck. Doch Jürgen-Peter Pinck (SPD), Leiter des Unterausschusses Verkehr im Bezirksausschuss, ist dagegen: Vor dem Kaufhaus seien „viel ­zu viele Fußgänger unterwegs“, sagt Pinck. Aus diesem Grund dürften dort tagsüber auch keine Radler fahren. Hilber hält die ­Sorge für unberechtigt: „Rikschas können als Dreiräder langsamer als Schrittgeschwindkeit fahren.“

Pinck wäre es am liebsten, wenn die Rikschas am ­Viktualienmarkt stehen, ­vor allem auf der sogenannten Kustermann-Fahrbahn. Dort sollten sie sich mit den Taxifahrern arrangieren, fordert Pinck. Für Hilber wäre dieser Standort zu weit ab vom Schuss. Und: „Was passiert, wenn künftig auch der Viktualienmarkt zur ­lückenlosen Fußgängerzone wird?“ Droht den Rikschas dann das gleiche Schicksal wie am Marienplatz?

Während Pinck die Rikschas mit Taxis gleichsetzt, sieht das KVR sie eher als Fahrräder. Folglich dürften Rikschas überall dort auf Kunden warten, wo auch Fahrräder stehen dürfen.

Bedeutet aber auch: nicht in Fußgängerzonen. Und so läuft den Rikscha-Fahrern die Zeit davon. Immerhin will der BA nun einen runden Tisch mit dem KVR organisieren, um alle möglichen Standorte im Detail zu besprechen.

Lesen Sie auch: Rikscha-Fahrer wollen größere Stellplätze

Hüseyin Ince

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