Er sammelte 25 Jahre lang Steine

Münchner (81) baut Krippe aus Isarkieseln

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Jochen Weimer (81) mit seiner Isarkieselkrippe. Die Steine sammelte er 25 Jahre lang

München - Seit 2008 baut Jochen Weimer Naturkrippen für den Münchner Christkindlmarkt. Die im Bild abgebildete Krippe ist nur aus Kieselsteinen gefertigt.

Das Jesuskind fand ­Jochen Weimer (81) am Eisbach hinter dem Haus der Kunst. „Die Erde bewegte sich – da stupste mir ein Maulwurf den Stein direkt vor die Füße!“ Seit 2008 baut der Künstler Naturkrippen für den Münchner Christkindlmarkt. Heuer steht hier seine neu gestaltete Krippe aus Kieseln – mit dem steinernen Fatschnkindl in Windeln!

25 Jahre lang sammelte der Münchner die Steine für die Kieselkrippe. Jede Figur hat die Isar in Tausenden von Jahren erschaffen, von Josef und Maria über die Heiligen Drei Könige bis zur Eule auf dem Baum. Die Leidenschaft begann vor 25 Jahren im Portugal-Urlaub: „Das Meer hat mir eines Tages am Strand einen Stein vor die Füße gespült, der aussah wie eine Madonna mit Kind“, sagt Jochen Weimer. „Ich war total fasziniert. Und dachte mir: So etwas kann’s auch an der Isar geben.“ Kaum waren die Koffer ausgepackt, zog er los. Suchte die Ufer von Großhesselohe bis zur Tivolibrücke ab, drehte Tausende Steine um. Eine mühsame Suche. „Manchmal finde ich wochenlang nicht mal ein Schaf, obwohl die noch am einfachsten sind“, verrät Weimer.

Und ein bisserl Glück gehört auch dazu. Den Kamelkopf etwa entdeckte er unter der Tivolibrücke. „Ich stand bis zu den Knöcheln im Matsch und habe mich gerade über meine dreckigen Schuhe geärgert, als plötzlich neben mir ein Stein aus dem Matsch flutscht. Da war es, mein Kamel!“ Die Eule fand er vor einigen Jahren am Flaucher nach dem Hochwasser: „Ein Prachtstück. Ich habe gleich dem Herrgott gedankt.“

Acht Kieselkrippen hat der ehemalige Raumgestalter und Dekorateur bereits gefertigt. Eine steht sogar bei deutschen Soldaten in Afghanistan. Der Glaube bedeutet Jochen Weimer viel: „Ich bin sehr religiös. Alles ist von Gott gegeben, vom Stein bis zum Regenwurm“, sagt der 81-Jährige. „Viele Menschen sehen gar nicht, wie viel Schönheit auf der Erde liegt.“

Die Isarkieselkrippe steht ab Montag am Kripperlmarkt in der Neuhauser Straße.

Christina Meyer

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