Veraltete Heizung und Brandschutzmängel

Das Münchner Rathaus wird runderneuert

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Das Münchner Rathaus bekommt ein „Make-over“.

München - Das Rathaus hat 150 Jahre auf dem Buckel und im Krieg einiges aufs Dach bekommen. Die letzte Sanierung fand 1970 bis 1984 statt. Nun soll das Gebäude modernisiert werden. Damit man planen kann, wird es neu vermessen.

Im gesamten Rathaus-Gebäude klebten dieser Tage Zettel mit schwarzen Dreiecken an den Wänden. Was wie eine ausgeuferte Schnitzeljagd ausschaut, sind Vermessungspunkte. Eine Geodätin maß mit einem Nivelliergerät die verwinkelten Flure und Treppenhäuser aus. „Die Baupläne sind alt, es wurde viel umgebaut und es könnte zu Setzungen gekommen sein, die bislang unerkannt blieben“, erklärt sie.

Im Rathaus gibt es nämlich viel zu tun, erst im November beschäftigte sich der Stadtrat mit den anstehenden Sanierungsarbeiten. So gibt es Mängel im Brandschutz, die vor allem von dem Leitungswirrwarr herrühren, das dadurch entstand, dass man die stillgelegten Schächte der ehemaligen Warmluftheizung als Kabelschächte nutzte.

Auch die Wasserhygiene ist bedenklich, da es viele Wasserentnahmestellen in den Büros gibt, in denen das Wasser selten läuft – Legionellengefahr! Häufiges Öffnen soll die zunächst bannen. Die Fassade weist Risse auf, der Anstrich der Holzfenster ist altersschwach, die Festigkeit der Dachziegel ist nicht mehr gegeben. Außerdem sind die Dachböden nicht isoliert. Ebenso ist das Heizungssystem nicht mehr up to date. 16 dezentrale Stationen wurden in den 80er-Jahren eingebaut. Ab- und Restwärme verpuffen. Auch die Toiletten sind veraltet.

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Einen Anschluss an das Kältenetz der SWM, den die CSU beantragt hatte, lehnte das Baureferat ab: „Die Klimatisierung von Büroräumen widerspricht klar den vom Stadtrat beschlossenen Klimaschutzzielen.“ Vor allem in den Büros am Marienplatz wird im Sommer über Hitze gejammert. Das Kommunalreferat warnt vor einem „Bezugsfall für alle anderen städtischen Verwaltungsgebäude.“ Allerdings schlägt die Behörde vor, die Kosten eines Fernkälteanschlusses „für gegebenenfalls besonders exponierte Räume“ zu prüfen.

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