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Parkhaus soll weg

Neubau geplant: Hirmer investiert in der Innenstadt

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Noch bis Ende 2018 soll das Parkhaus in Betrieb sein. Dann wird es abgerissen und ein Neubau errichtet, unter anderem will Hirmer selbst dort mit einer Filiale einziehen.

Das Münchner Modehaus Hirmer erhält von der Stadt die Fläche des jetzigen Parkhauses am Färbergraben auf Erbpacht.

München - Das Tauziehen um ein Filetstück in der Innenstadt ist offenbar beendet. Der Herrenausstatter Hirmer soll das städtische Grundstück am Färbergraben erhalten, auf dem heute noch das Parkhaus steht. Das Münchner Forum und die Stadtratsfraktionen der Grünen kritisieren den Deal. Die Stadt beraube sich gestalterischer Einflussmöglichkeiten, heißt es. CSU und SPD stehen dahinter.

Der Sattlerplatz zwischen dem Hirmer-Parkhaus und dem ehemaligen Postgebäude ist derzeit eine hässliche Hinterhoffläche. Seit Jahren steht fest, dass die Verbindung zwischen Hofstatt und Kaufinger-Tor-Passage aufgehübscht werden soll. Einen konkreten Plan gibt es noch nicht, doch zumindest ein Grobkonzept: So sollen zwei neue öffentliche Durchgangspassagen entstehen, im ehemaligen Postgebäude und anstelle des Parkhauses ist eine Mischung aus Einzelhandel, Büros, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen angedacht. Das Parkhaus, das auf städtischem Grund steht, wird auf alle Fälle dafür abgerissen – vermutlich Ende 2018. Als Ersatz ist eine Tiefgarage geplant, mit allerdings nur mehr 200 statt bislang 546 Stellplätzen.

Fraglich war aber bisher noch, welcher Investor auf dem Parkhaus-Grundstück zum Zuge kommt. Wie jetzt bekannt wurde, geht das Areal an das Modehaus Hirmer, das eine Filiale an dem neuen Standort plant. Die Vergabe für 60 Jahre im Erbbaurecht soll in der heutigen (nicht öffentlichen) Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Stadtrat erfolgen. Denkbar ist ferner ein Grundstückstausch zwischen der Stadt und der Inka AG, dem Eigentümer des früheren Postgebäudes, mit dem Ziel, dass beide Parteien dann eine zusammenhängende Fläche haben. Derzeit ist der direkt ans Gebäude angrenzende Parkplatz noch in Besitz der Stadt, die davor liegende Grünfläche gehört der Inselkammer-Familie. Andersherum wäre es für eine künftige Nutzung praktikabler.

Kritik an Vorgehensweise der Stadt

Die Vorgehensweise der Stadt stößt unterdessen beim Münchner Forum und den Stadtrats-Grünen auf Kritik. Katrin Habenschaden, stellvertretende Fraktionschefin, erklärt: „Die Diskussion, was an diesem für die Stadtentwicklung wichtigen Platz stattfindet, muss öffentlich gemacht werden.“ Es könne nicht sein, dass das Wirtschaftsreferat Fakten schaffe, ehe der nach Ansicht von Habenschaden zuständige Planungsausschuss Nägel mit Köpfen gemacht habe. Die Stadt beraube sich mit der Vergabe des Parkhaus-Grundstücks ihrer Einflussmöglichkeiten auf die künftige Nutzungsstruktur, so Habenschaden. Insbesondere erinnerte die Grünen-Politikerin an den Plan, dass den Investoren ein 30-prozentiger Anteil für Wohnen abverlangt werden soll. Sie hoffe, dass dies weiter gewährleistet sei.

Auch das Münchner Forum ist unzufrieden mit der Vergabe an einen „kommerziellen Nutzer“. Damit sei der Weg so gut wie versperrt, einen zentral gelegenen Platz in einen architektonisch-baulich innovativen Ort für vielfältige bürgerschaftliche, soziale und kulturelle Nutzungen zu gestalten, heißt es. „Die Stadt könnte einen Kontrapunkt gegen die überkommerzialisierte Innenstadt setzen“, meint der bürgerschaftliche Verein, der sich unter anderem mit Fragen der Stadtentwicklung befasst.

Die CSU und SPD im Rathaus halten die Kritik hingegen für völlig abwegig. Hirmer sei ein Münchner Traditionsunternehmen, das für eine ausgewogene und zukunftsweisende Nutzung bürge, heißt es von der Regierungskoalition. Man habe Vertrauen in den Investor. „Ein geeigneter Partner für die Stadt. Sonst hätte sich vielleicht wieder ein ausländischer Investor in der Innenstadt breitgemacht“, so die Rathaus-CSU. Ein Unternehmenssprecher von Hirmer sagte auf Anfrage unserer Zeitung, man halte sich selbstverständlich an den vom Stadtrat vorgesehenen Nutzungsmix. Dieser sehe Handel, Gewerbe und Wohnen vor. „Wir werden alles dafür tun, dass der neue Bereich rund um den Sattlerplatz ein wertvolles Stück München wird und eine hohe Aufenthaltsqualität erfährt“, heißt es von Hirmer.

Klaus Vick

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