Aber nur sieben Läden können umziehen

Neue Pläne für Renovierung: Ruffini-Händler kommen ins Museum

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Sieben Läden können voraussichtlich aus dem Ruffiniblock (links) ins Stadtmuseums (rechts) umziehen.

München - Bis Ende des Jahres müssen die kleinen Münchner Traditionsläden aus dem Ruffinihaus ausziehen. Die Stadt hat jetzt eine neue Unterkunft organisiert: Im Stadtmuseum.

Nur noch ein paar Monate Schonzeit bleiben ihnen: Bis Ende des Jahres müssen die kleinen Münchner Traditionsläden ausziehen aus dem malerischen Ruffinihaus am Rindermarkt – weil es komplett saniert wird. Doch wo sollen die Läden während der Zeit des Umbaus unterkommen? Darüber schwebten die Besitzer bisher noch in Ungewissheit. Jetzt aber gibt es gute Nachrichten: Die Stadt hat eine neue Unterkunft organisiert. Im Stadtmuseum – in den Ladenräumen unter den Arkaden im Rosental – können zumindest einige von ihnen übergangsmäßig untergebracht werden.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg, dies unter Dach und Fach zu bringen“, sagte Bernd Plank vom Kommunalreferat der tz. Der Stadtrat muss Ende Januar noch zustimmen, die Vorplanungen sind aber abgeschlossen. Die Idee, die Läden in Containern am Marienhof unterzubringen, ist endgültig vom Tisch.

Rudolf Kapfhammer freut sich über die Museums-Lösung.

Momentan werde der infrage kommende Bereich des Stadtmuseums noch für Lagerräume genutzt, in den Schaufenstern stehen Exponate der Ausstellungen, sagt Plank. „Ungefähr sieben Läden können hierhin umziehen.“ Dies betreffe grundsätzlich nur die Geschäfte, deren komplette wirtschaftliche Existenz von ihrem Ladenraum im Ruffinihaus abhängt, die schon seit Langem dort Mieter sind und somit auch ein verbrieftes Rückkehrsrecht dorthin haben. Einige der anderen haben bereits aufgehört, andere müssen sich nach der Sanierung wieder neu für einen Mietvertrag bewerben.

Gustavo Hinojosa ist erst seit kurzem Mieter, seine Zukunft ist ungewiss.

Seit bekannt wurde, dass der 112 Jahre alte Ruffiniblock saniert werden muss, hatte das Kommunalreferat betont, wie sehr ihm die Mieter der kleinen Läden am Herzen liegen. So sei die Sanierungszeit auf 15 Monate komprimiert worden, damit den Händlern in der Zeit nicht die Stammkunden flöten gehen. Dass nun auch die Übergangslösung geklärt ist, freut Rudolf Kapfhammer (59) vom Herrenausstatter Hillenbrand: „Die Lösung ist für uns sehr gut. Wenn die Umbauphase auch wirklich nicht länger dauert als die 15 Monate, können wir gut damit leben.“

Nun steht noch die Frage im Raum, wie hoch die Mieten im fertig sanierten Ruffinihaus sein werden. Auch das muss der Stadtrat noch entscheiden. Gustavo Hinojosa, der im Ruffinihaus Holzschnitzereien verkauft, bangt um die Zukunft: „Ich schwebe momentan in der Luft. Ich muss jeden Cent sparen, weil ich nicht weiß, wie hoch die Mieten werden…“

Andrea Stinglwagner

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