Wirtshaus nach dem Reinheitsgebot

tz im Musterzimmer: So schön wird der neue Donisl

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Es sitzt sich recht gemütlich im neuen Donisl! Auch wenn sich Brauerei-Chef Andreas Steinfatt (v.l.), Architekt Andreas Hild und Wirt Karlheinz Reindl ihre Brotzeit nur im Musterzimmer schmecken lassen.

München - Im Dezember wird er neueröffnet! Aber wie schaut’s im neuen Donisl aus? Die tz hat einen ersten Blick in ein Musterzimmer geworfen.

Der Donisl am Marienplatz wird kräftig aufgemöbelt! Am 7. Dezember, genau 61 Jahre nach Wiedereröffnung des von Weltkriegs-Bomben zerstörten Wirthauses, will Wirt Karlheinz Reindl der Öffentlichkeit sein aufpoliertes Schmuckstück am Marienplatz zugänglich machen. Wie schaut’s im neuen Donisl aus? Die tz hat einen ersten Blick in ein Musterzimmer geworfen.

Massives Birnenholz, uriger Kalkputz, Tische aus Ahorn, Naturstein und Eichenböden – bei der Gestaltung der neuen Räumlichkeiten im Donisl hält es Architekt Andreas Hild wie die Brauer mit dem Münchner Bier: „Wir verwenden nur natürliche, echte Materialien – ein Wirtshaus nach dem Reinheitsgebot.“ Wie das Traditionslokal in einem halben Jahr aussehen wird, wurde gestern anhand eines Musterzimmers veranschaulicht.

Die Botschaft ist klar: „Wir wollen ein Wirtshaus für die Münchner schaffen“, betont Andreas Steinfatt, Chef der Paulaner/Hacker-Pschorr-Brauerei. Weniger rustikal und ländlich, vielmehr gemütlich und urban soll das Ambiente sein. Die Tische sind filigran und trotzdem massiv und natürlich. „Man sieht es, man spürt es“, sagt Architekt Hild. „Es gibt kein billiges Furnier, Echtholz altert mit Würde.“ Auch aufwändige Gewölbe betonen den Charme des neuen Donisl. Runde Fenster sorgen für helle Räume. Mittelpunkt: Ein gemütlicher Innenhof, der von eleganten Galerien flankiert wird. Ein gigantisches Glasdach, das sich öffnen lässt und den Gästen einen Umtrunk bei uriger Brotzeit unter freiem Himmel ermöglicht, ist die Hauptattraktion. Steinfatt: „Ein kühles Bier mit Blick auf die Türme der Frauenkirche – schöner geht’s nicht!“

Über die Kosten des Mega-Umbaus ist man sich noch nicht einig. Die Ausschreibungen für die Inneneinrichtungen laufen noch. „Nur so viel: Wir haben uns finanziell nicht geschont“, unterstreicht der Brauerei-Chef. Kein Wunder! Das Haus wurde bis auf die Fassade abgerissen und neu gebaut. Rund zweieinhalb Jahre dauern die Sanierungsarbeiten an. Dann bietet der neue Donisl Platz für insgesamt 550 Gäste.

Karlheinz Reindl: „Es wird ein wunderschönes Wirtshaus! Wir freuen uns darauf, den neuen Weg gemeinsam gehen zu dürfen.“

Donisl am Marienplatz: Das Traditionslokal seit 1715

Karl-Heinz Wildmoser.

Seit genau 300 Jahren fließt in den Räumen in der Weinstraße 1, direkt neben dem Rathaus am Marienplatz, der Gerstensaft in Strömen. Unter dem Namen Bierwirtschaft am Markt wurde der Donisl 1715 eröffnet und gehört zur Hacker-Pschorr- Brauerei. 1985 übernahm die Familie Wildmoser das Traditionslokal. Als deren Pachtvertrag 2012 auslief, entschieden Hacker-Pschorr und die Bayerische Hausbau als Eigentümer, das Gebäude von Grund auf zu sanieren.

Karlheinz Reindl tritt in die Fußstapfen des verstorbenen Ex-Löwen-Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser (71) und dessen Frau Theres. Nach dem Tod ihres Mannes 2010 führte sie das Lokal alleine weiter. Die Wildmosers übernahmen einst das in Verruf geratene Lokal, in dem Gäste von den damaligen Betreibern mit K.o.-Tropfen betäubt und ausgeraubt wurden und brachten es wieder zum Laufen.

Johannes Heininger

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