Architekten überarbeiten Pläne

So soll der Königshof am Stachus künftig aussehen

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So soll der neue Königshof nach den aktuellen Plänen von Nieto Sobejano aussehen.

München - Es steht da wie ein Monolith aus Kalkstein, in den vorne ein stilisiertes Kreuz eingraviert zu sein scheint: So soll das künftige Luxushotel Königshof am Stachus aussehen. Am Dienstag sind die neuesten Pläne in der Stadtgestaltungskommission diskutiert worden.

Die Familie Geisel, der neben dem Königshof auch das Cosmopolitan und das Excelsior im Bahnhofsviertel gehören, will ihr Traditionshaus am Stachus abreißen und durch einen Neubau ersetzen. In einem Gestaltungswettbewerb setzte sich das spanische Architekturbüros Nieto Sobejano mit seinem Klotz durch, der ursprünglich 33 Meter hoch werden sollte. Jetzt, da die Planung konkreter wird, geht es noch einmal einen Meter höher hinaus. Zum Vergleich: Der bestehende Nachkriegsbau ist 25 Meter hoch, der benachbarte Justizpalast ragt mit der Kuppelspitze 66 Meter in die Höhe, der Kaufhof 33 Meter.

Der neue Königshof: Das waren die Bewerber

Die ersten drei Entwürfe sind die gleichberechtigten Sieger des Wettbewerbs: Die spanischen Königshof-Impressionen vom Büro Nieto Sobejanos Arquitectos bilden einen spektakulären Blickfang am Ende der Sichtachse von der Fußgängerzone durch das Karlstor hindurch. © 
Der Entwurf von Wandel Hoefer Lorch sieht den Königshof als Solitär in einem großzügigen Ensemble mit Justizpalast und Kaufhof. Die Struktur der Fassade scheint sich bei Annäherung zu ändern. © 
Die Fassadenfront des vom Berliner Architekten-Büro Sauerbruch-Hutton ersonnenen Hotel-Würfels greift in ihrer gebogenen Form das Stachus-Rondell auf. © 
Kam nicht zum Zug: Hild und K Architekten wollten ein schmales Haus mit verschiedenen Ebenen, das insbesondere Platz für eine Freischankfläche zum Stachus hin machen sollte. © 
Kam nicht zum Zug: Kuehn Malvezzi Architekten stellten sich ein markantes, vertikal mit Säulen und raumgreifenden Arkaden klar strukturiertes Gebäude vor. © 
Kam nicht zum Zug: „Lederer + Ragnarsdottir + Oei“ entwarfen ein erhaben wirkendes, solitäres Bauwerk. © 
Kam nicht zum Zug: Léon Wohlhage Wernik Architekten wählten einen selbstbewussten Bau, dessen vergröberte Fassade die Natursteinquader des Justizpalastes zitieren sollte. © 
Kam nicht zum Zug: Einen Würfel erdachten auch Manuel Herz Architects. Die Fassade aus Keramik-Elementen sollte subtil an die Wein-Tradition des Hauses erinnern. © 
Kam nicht zum Zug: Meck Architekten wollten es klassisch elegant. Im Obergeschoss ein Panorama-Restaurant mit Lounge und Spa. Das Fassaden-Material: Kelheimer Auer-Kalk. © 
Kam nicht zum Zug: Zimmer mit Aus- und Einsicht schwebten den Architekten von „O & O Baukunst“ vor. © 
Kam nicht zum Zug: Rund stellten es sich Rafael Moneo Arquitectos vor. Die dominante Ost-Fassade ohne Ecken sollte das Gebäude optisch nach hinten „verlängern“. © 
Kam nicht zum Zug: Rapp + Rapp Architekten ließen die Fassade ab dem zweiten Stock um jeweils 15 Zentimeter pro Geschoss zurückweichen – aus Respekt vor dem Justizpalast. © 

Ende 2017 soll der Abriss des in den 50er Jahren errichteten und in den 70er Jahren umgebauten bestehenden Königshofes mit seinen sechs Stockwerken beginnen. In zwei Jahren Bauzeit soll das neue Luxushotel mit neun Stockwerken und circa 95 Zimmern und Suiten errichtet werden.

Die Pläne für den neuen Königshof sorgten schon für heftige Diskussionen: „Tetriswürfel mit Erdbebenschaden“, spottete ein Großteil der Leser. Viele andere begrüßten die Pläne aber auch: „Toll. Respekt für den Mut!“, schrieb etwa ein Nutzer von tz.de. Bei einer Umfrage der Altstadtfreunde unter 600 Besuchern des Corso Leopold 2014 waren 85 Prozent für eine Rekonstruktion des historischen Baus. Die Altstadtfreunde reichten im Dezember 2014 im Landtag eine Petition mit 540 Unterschriften ein mit dem Ziel, diese Rekonstruktion doch noch durchzusetzen.

Johannes Welte

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