Granitplatten aus China

Fußgängerzone: Neues Pflaster eine Fehlplanung?

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Im Bereich vor dem Joseph-Pschorr-Haus werden Kopfsteinpflaster-Streifen durch Granitplatten ersetzt.

München - Hat sich da etwa jemand vermessen? Das fragen sich derzeit aufmerksame Münchner, die durch die Fußgängerzone schlendern. Die neuen Pflastersteine scheinen nicht so recht zu passen.

Die neuen Steine aus China passen nicht in die Lücken, in denen bisher das Kopfsteinpflaster lag.

In der Fußgängerzone werden gerade die Kopfsteinpflaster-Bänder zwischen den großen Gehwegplatten entfernt und durch dunkle Granitsteine aus China ersetzt. Doch die Natursteinplatten passen offenbar nicht so recht – mit einer Betonschneide-Maschine müssen die quadratischen Bodenplatten jetzt umständlich abgeschnitten werden.  Zum Hintergrund: Die gut 1,5 Kilometer lange Fußgängerzone ist durchzogen mit jeder Menge gepflasterter Querstreifen. Die Breiten dieser sogeannten Bänderungen sind unterschiedlich: von einem bis zu sieben Pflastersteinen. Laut einem Stadtratsbeschluss sollen die unzähligen Bänderungen durch dunkle Granitplatten ersetzt werden, die Flaniermeile soll dadurch ebener und chic werden. Bis 2016 ist die Fußgängerzone deshalb noch eine Wanderbaustelle. In vielen kleinen Bauabschnitten werden die Bänderungen durch den dunklen Granit ersetzt. Auf diese Weise sollen die Fußgänger immer überall hinkommen.

Jetzt müssen die Arbeiter mit der Säge ran.

Laut Stadtratsbeschluss soll es zukünftig aber nur noch sechs unterschiedliche Breiten der Bänderungen geben. Aber: Viele der ­Streifen müssen per Trennschleifer verbreitert werden, die Granitplatten passen nicht rein. Alles in allem kostet das Umpflastern rund 4,5 Millionen Euro. „Das ist doch eine Fehlplanung“, finden einige Passanten, die sich die Pflasterarbeiten genauer anschauen. Das Baureferat sieht das anders. „Da die Bänderungen spitz aufeinander zulaufen, müssen die Platten zugeschnitten werden“, sagt eine Sprecherin.

Wie der Bodenbelag zukünftig aussehen wird, kann man jetzt schon vor dem Joseph-Pschorr-Haus sehen.

JAM

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