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Schuhbecks letzter Gang: Star-Koch verabschiedet sich mit Silvester-Menü – „Zeiten heute anders als früher“

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Von: Uli Heichele

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Alfons Schuhbeck an seinem letzten Abend in den Südtiroler Stuben: „Schade, wenn das keine Gastronomie mehr wäre.
Alfons Schuhbeck an seinem letzten Abend in den Südtiroler Stuben: „Schade, wenn das keine Gastronomie mehr wäre.“ © Heichele

Alfons Schuhbeck droht eine Gefängnisstrafe. Doch bevor es dazu kommt, servierte der Star-Koch seinen Gästen zum letzten Mal in München noch ein erlesenes Silvester-Menü. 

München - Schokolade mit Mandarinen-Eis und Kirschen: Das war der letzte Gang – und zwar wirklich der allerletzte. Denn: Dieses Dessert war der Abschluss von Alfons Schuhbecks (73) Silvester-Menü. Und mit dem 31. Dezember endete auch der Mietvertrag des Star-Kochs in den Südtiroler Stuben. Sein feines Restaurant am Platzl in der Altstadt ist damit Geschichte.

Am Silvester-Abend geht Schuhbeck wie gewohnt von Tisch zu Tisch

Demnächst muss Schuhbeck nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung aller Voraussicht nach ins Gefängnis, bis dahin widmet er sich aber nach wie vor der Arbeit. Am Silvester-Abend geht er wie gewohnt selber von Tisch zu Tisch und erkundigt sich bei den Gästen, wie ihnen Hummerkrabben-Ravioli, Filet Mignon & Co. schmecken. Wenn man zurückfragt, wie’s ihm geht, bekommt man die Antwort eines vielbeschäftigten Mannes: „Ich war vorher grad bei Uli Hoeneß zum Kochen, das machen wir jedes Jahr an Silvester. Und jetzt muss ich los…“ Denn es ist elf, und Schuhbeck will zum Jahreswechsel auch noch an dem anderen Münchner Ort vorbeischauen, für den er stadtweit bekannt ist: im Teatro-Zelt in Riem, das zwar nicht mehr seinen Namen trägt, wo er aber traditionell zum Schluss des Abends Grüß Gott sagen und ein, zwei Lieder singen will.

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Und jetzt? Im neuen Jahr, nach dem Ende des Gourmet-Restaurants? Ein tiefes Loch, keine Aufgabe mehr? Schuhbeck wehrt ab: „Ich hab so viel zu tun. Zum Beispiel mit den Gewürzen.“

Der letzte Teller des Starkoch-Menüs: Schokolade mit Mandarinen-Eis.
Der letzte Teller des Starkoch-Menüs: Schokolade mit Mandarinen-Eis. © Heichele

Schuhbeck fände es schade, „wenn das hier keine Gastronomie mehr wäre“

Den Auszug aus den Südtiroler Stuben muss er auch noch organisieren. Möglicherweise kommt als Nachfolger gar kein Restaurant in die Räume, sondern Proberäume und eine Kita des Staatsballetts. Das Haus am Platzl gehört dem Freistaat Bayern, und das Staatsballett hat Interesse angemeldet. Schuhbeck fände es „ein bisschen schade, wenn das hier keine Gastronomie mehr wäre – es ist ja alles gerichtet“. Er sagt aber auch: „Die Zeiten sind heute anders als früher. Die Leute wollen nicht mehr sechs oder sieben Gänge essen, sondern bloß noch zwei.“

Dass mit dem Restaurant in dieser Form Schluss sein würde: Das sei schon länger beschlossene Sache gewesen. Jetzt ist dieses Finale zusammengefallen mit der Phase der Unsicherheit nach dem Gerichtsurteil. Schuhbeck, der im Prozess auch über seine Angst vor dem Gefängnis gesprochen hatte, hat Revision eingelegt, könnte diesen Antrag aber noch zurückziehen. Auf die Frage, wie da der Stand der Dinge sei, sagt er: „Da spreche ich mit meinem Anwalt.“

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