Morgens auf der Maximilianstraße

Liebesspiel auf der Motorhaube: Die kuriose Ausrede der Angeklagten

Dieser Fall wird dem Richter des Amtsgericht München wohl noch eine Weile im Gedächtnis bleiben. Nicht wegen der durchaus frivolen Details, sondern wegen der kuriosen Ausrede der Angeklagten.

Update vom 25. Januar 2018: Der Prozess um das vermeintliche Liebesspiel ist vor dem Amtsgericht in die zweite Runde gegangen. Am Palmsonntag 2017 soll sich das angeklagte Duo am helllichten Tag auf der Motorhaube eines Fahrzeuges vergnügt haben und das vor dem Hotel Vier Jahreszeiten. Im Oktober wurde das angebliche Liebespaar zu Geldstrafen verurteilt - dagegen legten sie Berufung ein. Nun kamen die beiden tatsächlich günstiger weg: 2000 Euro bzw. 1400 Euro müssen Semir S. und Svenja B. (Namen geändert) zahlen. Im Gegenzug wurde der Prozess eingestellt. 

Maximilianstraße: Partynacht mit erregendem Abschluss

München - Einen sehr kuriosen Fall hatte ein Richter des Amtsgerichts München auf dem Tisch: Eine 36-jährige Deutschlehrerin und ihr Gespiele (47) standen im Oktober wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses vor seinem Richtertisch. Der Vorfall soll sich im April 2017 gegen 10 Uhr morgens vor der Maximilianstraße 17 auf einer Motorhaube zugetragen haben.

Ein Zeuge, ein 42-jähriger Taxifahrer, gab an, das Paar zunächst bei einer Knutscherei beobachtet zu haben. Die Angeklagte habe sich auf eine Motorhaube gelegt und ihren Body geöffnet. Der Angeklagte habe seinen Mund drei Mal auf der Scham der Angeklagten gehabt, so berichtet es das Amtsgericht. Er, der Zeuge, habe gerufen: „Hört bitte auf mit eurem Scheiß“. 

Die übereinstimmende Ausrede der Angeklagten: Der kniende 47-Jährige habe lediglich versucht, den Body der an einem geparkten Auto lehnenden Angeklagten zu schließen. An dem zu Demonstrationszwecken in die Hauptverhandlung mitgebrachten Body habe sich den Abend über ein defekter Druckknopf immer wieder ungewollt geöffnet.

Alkohol spielte enthemmende Rolle

Die vernommene, damals später zum Tatort herbeigerufene Polizeibeamtin gab an, dass die durchgeführten Alkoholtests auf eine erhebliche Alkoholisierung beider Angeklagter hätten schließen lassen. Beide hätten eine verwaschene Aussprache gehabt. Der Angeklagte hielt sich am Lichtmast fest und schielte leicht. Die Angeklagte wankte auch leicht. In den Mundwinkeln soll sich Schaum gebildet haben, 

Der zuständige Richter am Amtsgericht München glaubte der Aussage des Taxifahrers. Dieser habe eindeutig, wenn auch leicht beschämt, angegeben, „dass sexuelle Handlungen durchgeführt worden seien, insbesondere hätten sich die Angeklagten zuvor auch geküsst. Die Einlassung der Angeklagten hierzu wirkt demgegenüber gewollt und konstruiert.“

Der Richter wertete zugunsten beider Angeklagter, dass beide alkoholbedingt enthemmt gehandelt hatten und der Vorfall nicht von mehreren Personen oder gar Kindern wahrgenommen wurde. Er wertete weiter zugunsten der Angeklagten, dass sie nicht, zugunsten des Angeklagten, dass er zumindest nicht einschlägig, wenn auch sonst bereits erheblich vorbestraft war. 

Die beiden Angeklagten wurden für ihr Liebesspiel wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je 100€ bzw. 85 Tagessätzen zu je 60 € verurteilt.

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Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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