Ein Fest für die Himmelskönigin

100 Jahre Patrona Bavariae: Tausende auf Sternwallfahrt nach München

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Friedlich und fröhliches Fest: Seit hundert Jahren ist Maria die Schutzpatronin Bayerns. Das Fest am Samstag auf dem Marienplatz stand ganz im Zeichen ihrer Verehrung.

Der Himmel zeigte am Samstag eine bunte Vielfalt. Die passende Kulisse für zehntausend Katholiken, die aus ganz Bayern zu einer Sternwallfahrt nach München kamen. 

München – Wenn Maria gefeiert wird, dann zeigt Petrus, was er kann. Platzregen, dramatische Wolkentürme und dann doch strahlender Sonnenschein. Für einige Pilger hatte die Wallfahrt am Samstag mit Spannung begonnen. So zum Beispiel im Süden von München. Während sich mittags 200 Wallfahrer in der Pfarrkirche St. Maria in Thalkirchen den Segen für ihren Fußmarsch in die Innenstadt holten, gab es draußen einen kräftigen Wolkenbruch. Pünktlich beim Aufbruch aber strahlte die Sonne. Die Gläubigen banden sich ihre blauen Schals um, die sie als Wallfahrer erkennbar machten und pilgerten an der Isar entlang zum Marienplatz.

Beim Pilgern an der Isar strahlte meist die Sonne vom Himmel. 

„Diese Wetterkapriolen sind typisch für die Muttergottes, erst regnet es, dann lässt sie die Sonne lachen“, freute sich Pfarrsekretärin Evelyn Olusina (64) und versprach eine Bilderbuchwallfahrt. Sie hatte recht: Die Isar glitzerte und die Sonne strahlte so kräftig, dass die Pfützen dampften und die Pilger froh waren über das zarte hellgrüne Laub der Bäume, das ihnen Schatten spendete. An den Wolkenbruch erinnerten nur noch die Pfützen, die Regenjacken wurden den Pilgern schnell zu warm. „Maria bringt Wärme, sie ist meine zweite Mutter, mit der ich täglich spreche“, freute sich Wallfahrerin Gina Müller (59). Fröhlich betete sie „Gegrüßet seist Du, Maria“ und sang lauthals, um die Muttergottes zu preisen – ebenso Markus Lehmann (40).

Die Prozession zog zum Marienplatz. 

Der Geschäftsmann, der in der Nähe von Deggendorf im evangelischen Glauben aufgewachsen ist, liebt nicht nur Maria und die frohgemuten Lieder ihr zu Ehren, er liebt die gesamte katholische Liturgie. „Es ist eine solche Pracht im Katholizismus, der Mensch ist hier mit allen Sinnen dabei“, sagte er und erzählte, dass er deshalb zum Katholizismus konvertierte. Er liebt es, zu pilgern. „Altötting ist Pflicht für jeden Bayern, immer wieder wunderschön, aber die Wallfahrt heute zu Ehren Marias drückt für mich ganz besonders gut die Freude aus, mit der die Bayern ihren Glauben feiern“, sagte er.

Ich bin in Deggendorf aufgewachsen und evangelisch getauft, später habe ich zum Katholizismus gefunden. Die Vielfalt in der Liturgie und die Pracht in den Kirchen sprechen alle Sinne an, die Gebete geben Kraft. Wallfahrten nach Altötting sind für mich Pflicht, die Marienwallfahrt heute ist etwas Besonderes, sagt Markus Lehmann. 

Zehntausend Gläubige waren gekommen und drängten fröhlich lächelnd zum Marienplatz. Sie waren der lebende Beweis dafür, dass Kardinal Reinhard Marx recht hat, wenn er sagt, Maria verbreite bis heute Zuversicht, Vertrauen und Hoffnung. Der Erzbischof von München und Freising rief die Gläubigen in seiner Predigt dazu auf, es der Schutzpatronin Bayern gleich zu tun. Auftrag der Christen sei, „nicht Miesmacher zu sein, sondern Vorboten der Zukunft“, sagte Marx vor allen bayerischen Bischöfen, zehntausend Pilgern, Ministranten, Fahnenabordnungen, Kapellen, Gebirgsschützen und Spitzenvertretern aus der Politik. Bei der Marienweihe bat Marx die Gottesmutter auf der Mariensäule neu um Schutz und Fürsprache für München und Bayern. Aufmunternd wandte sich der Kardinal an die Gläubigen und forderte sie auf: „Lasst euch nicht unterkriegen, geht weiter mit Maria.“

100 Jahre Maria als Bayerns Schutzpatronin: Gläubige feierten am Samstag auf dem Marienplatz die Gottesmutter. 

Das werden viele tun. Denn die Bayern lieben ihre Schutzpatronin. Das zeigte sich am Applaus, den Herzog Franz von Bayeren bekam. Ist doch das Fest der Patrona Bavariae letztlich seiner Familie, den Wittelsbachern, zu verdanken. Vor hundert Jahren war es der damalige König Ludwig III. gewesen, der Papst Benedikt XV. gebeten hatte, Maria als Schutzpatronin Bayerns auszurufen.

Auch die Politik war dabei: Bürgermeister Josef Schmid, Herzog Franz von Bayern, Barbara Stamm, Horst Seehofer und Joachim Herrmann.  

Ihr zu Ehren strahlte am Samstag ganz München. Überall spielten Blaskapellen und Bands, auf dem Odeonsplatz feierten Jugendliche die Patrona Bavariae mit einem großen Pfadfinder-Zeltlager. Ehrensache, dass Maria, die Schutzpatronin Bayerns, trotz mehrerer Wolken dafür sorgte, dass der Nachmittag trocken blieb.

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