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Widerstand gegen die Anti-Islam-Bewegung

Pegida eingekesselt: Münchner Demo scheitert kläglich

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Pegida in München: zur eigenen Sicherheit eingekesselt.

München - Montags sind Bürger in immer mehr deutschen Städten auf dem Sprung: Während Pegida-Anhänger in Dresden eine neue Rekordzahl verbuchen, stellten sich in München Gegendemonstranten den Islamgegnern in den Weg. Die tz beleuchtet Demos und Gegendemos:

Update vom 12. Januar: Auch heute Abend wollen wieder zahlreiche Anhänger von Pegida, Muegida und Bagida in München auf die Straße gehen. Das Bündnis "München ist bunt" hat zu einer großen Gegendemonstration aufgerufen. Tausende Teilnehmer werden erwartet. Wir berichten in unserem Live-Ticker alle aktuellen News von den Demonstrationen in München.

Montags sind Bürger in immer mehr deutschen Städten auf dem Sprung: Die sogenannten Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) tragen in Dresden an diesem Tag nach wie vor ihre Wut und ihre Angst vor Überfremdung auf die Straße – diese Woche war es die Rekordzahl von 18.000. Nirgendwo sonst in der Republik hat die Bewegung einen derartigen Zulauf: In München, Köln, Hamburg, Berlin, Marburg und anderen Städten zogen die Gegendemonstrationen weitaus mehr Teilnehmer an. Auf dem Münchner Sendlingertorplatz musste die Handvoll Pegida-Aktivisten mit einem Polizeiring geschützt werden. In Köln blieb der Dom im Dunkeln, Probst Norbert Feldhoff nahm den ausländerfeindlichen Aktivisten der „Kögida“ die Kulisse. Er will damit zumindest einige der Demonstranten zum Nachdenken bringen. Die tz beleuchtet Demos und Gegendemos.

Pegida in München eingekesselt

Thomas Weiß, Versammlungsleiter der Münchner Pegida-Kundgebung.

München sagt erneut Nein zu Intoleranz und Fremdenhass: Gut 1500 Menschen sind am Montagabend in München aus Protest gegen die Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ beziehungsweise „Muegida“ auf die Straße gegangen. Gegen 18.30 Uhr hatte sich ein Häuflein von 50 Muegida-Anhänger mit Plakaten hinter Absperrgittern vor dem Sendlinger Tor versammelt – umringt von einer Übermacht an Münchner Bürgern, die für eine weltoffene Gesellschaft demonstrierten.
Rund 400 Polizisten sicherte den Spaziergang der Islam-Gegner, der unter dem Motto „Meinungsdiktatur – Nein Danke“ stand. Die 1500 Gegendemonstranten begleiteten die Veranstaltung mit Pfiffen und Sprechchören wie „Nazis raus“ und „Haut ab!“. Sie schwenkten Transparente mit Aufschriften wie „München ist bunt“ und „Refugees Welcome“.

Als sich das Muegida-Häuflein zu seinem Spaziergang zum Max-Joseph-Platz an der Oper aufmachten, wurden sie am Oberanger gestoppt. Hunderte Münchner hatten sich ihnen in den Weg gestellt. Angesichts dieser Übermacht beendete der Versammlungsleiter nach Absprache mit der Polizei die Versammlung. Unter Polizeischutz wurden die Muegida-Anhänger wegbegleitet.

Einziger Wermutstropfen: Aus einer Gruppe von gewaltbereiten Gegendemonstranten heraus wurden fünf Polizisten durch Tritte und Faustschläge verletzt.

Köln dreht Pegida das Licht ab

Die Demo des Pegida-Ablegers in Köln sollte die bisher größte Veranstaltung in einer westdeutschen Stadt werden. Während aber die Organisation in Dresden erneut eine Rekord-Teilnehmerzahl auf die Beine brachte (und die originell mit Besen zum „Frühjahrsputz“ gerüsteten Gegner mit 4000 Menschen in der Minderheit waren), blieben die Kögida-Leute, inklusive „Bogida“-Unterstützung aus Bonn, weitgehend unter sich. Eins ihrer Schilder plädierte für „Kartoffeln statt Döner“. Insgesamt vier Gegenkundgebungen fanden in Köln statt mit insgesamt 7500 bis 12.000 Teilnehmern. Die Stadt war weitgehend unbeleuchtet, denn dem Vorbild von Domprobst Feldhoff schlossen sich u. a. IHK, TÜV und der für die Brückenbeleuchtung zuständige Energieversorger an. Motto: „Licht aus für Rassisten“.

Politiker in Berlin zeigen Flagge

Nicht angestrahlt war auch das Brandenburger Tor in Berlin. Die „BärGida“ hatte sich am frühen Abend vor dem Roten Rathaus versammelt, 200 Mann stark. Ihnen gegenüber standen etwa 5000 Gegendemonstranten, darunter auch Bundespolitiker wie Justizminister Heiko Maas (SPD) und die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Die Politik zeigt Flagge. Beispiele sind die auch deutlichen Worte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die jüngste Mahnungen der Altkanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder (beide SPD). Der 96-jährige Schmidt kritisiert die „dumpfen Vorurteile, den Fremdenhass und die Intoleranz“ der Pegida und fordert Toleranz. Schröder plädiert erneut für einen „Aufstand der Anständigen“. Die Haltung von Parteien und Kirchen zur Pegida lobten beide. Dem besorgten Ausland musste Innenminister Thomas de Maizière (CDU) Pegida erklären. Er machte der CNN-Moderatorin Christiane Armanpour klar, es handle sich bisher um ein „regionales Phänomen“. Der Islam sei ein Codewort gegen Globalisierung und Modernisierung.

JAM

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