66 Prozent Hotel, 100 Prozent Luxus

Prannerstraße: Die neuen Pläne für Edelherberge und Wohnungen

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Die künftige Ansicht von der Prannerstraße. In der Bildmitte: das geplante Wohnhaus. Der Bereich rechts gehört zum neuen Hotel.

München - Am Eck Pranner-/Kardinal-Faulhaber- und Salvatorstraße (Altstadt) gab es Streit zwischen der Schörghuber-Gruppe und dem Bayerischen Hof. Jetzt herrscht etwas mehr Klarheit.

Hier wohnt das Geld, immer schon. Bisher residiert am Eck Pranner-/Kardinal-Faulhaber- und Salvatorstraße (Altstadt) die HypoVereinsbank – und bald lässt die Schörghuber-Gruppe über ihre Bayerische Hausbau hier ein Luxushotel sowie noble Wohnungen bauen. Über die Details gab’s Streit mit dem benachbarten Bayerischen Hof. Jetzt wissen wir mehr … Im Einzelnen:

Das Hotel:

In einem Bauvorbescheid hat die Stadt ursprünglich bis zu 295 Betten für zulässig gehalten. Dagegen hatte der Bayerische Hof mit Chefin Innegrit Volkhardt (49) vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Mittlerweile ist das Urteil schriftlich zugestellt. Inhalt: Die Stadt muss den Bauvorbescheid in mehreren Punkten aufheben. Kern der Sache, so Hausbau-Chef Jürgen Büllesbach (47): Einige Aspekte (unter anderem Verkehr und Lärm) könne man nur mit ganz konkreten Plänen genehmigen oder ablehnen, nicht aber innerhalb eines weiten Rahmens. Die Bayerische Hausbau schrumpft jetzt jedenfalls das Hotel – verglichen mit dem, was ursprünglich für möglich gehalten wurde. Vermutlich dürften es laut Hausbau-Angaben etwa 120 Zimmer werden. Die genaue Anzahl hängt allerdings davon ab, welches Unternehmen das Nobelhotel betreiben wird: Die Suche läuft noch. Wenn’s so weit ist, will die Hausbau einen Bauantrag stellen. Innegrit Volkhardt vom Bayerischen Hof sagt: „Wir gehen davon aus, dass sowohl der Bauherr als auch die Genehmigungsbehörde eine sachliche und für Dritte nachvollziehbare Bearbeitung vornehmen werden. Ansonsten bleibt uns die Einleitung eines weiteren Rechtswegs nicht erspart.“ Volkhardt geht davon aus, dass auch mit der kleineren Hotel-Variante der Verkehr um das Viereinhalb-Fache steigen wird, verglichen mit dem Ist-Zustand. Die Bayerische Hausbau meint dagegen, dass der Verkehr sogar abnimmt.

Die Wohnungen:

So soll einer der beiden Innenhöfe aussehen – ganz bewusst eher städtisch als grün

Links neben dem Hotel (von der Prannerstraße aus gesehen) plant die Hausbau 61 Eigentumswohnungen (so gesehen ein Drittel Wohnungen, zwei Drittel Hotelzimmer). Die Zuschnitte: alles vom Apartment bis zur Familienwohnung. Gestern stellte die Hausbau den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs vor. Das Rennen machten Diener & Diener Architekten aus Basel und Berlin. Den Entwurf mit Kunststein-Fassade befand die Jury als „würdevoll und stilsicher“. Generalkonservator Mathias Pfeil vom Landesamt für Denkmalpflege sagt: „Das Gebäude wird sich zu 100 Prozent ins Stadtbild einfügen.“ Genauso sicher ist: Wer hier einzieht, wird sich zu 100 Prozent in die reiche Nachbarschaft einfügen. Denn diese Wohnungen werden richtig teuer. Büllesbach sagt: „Die Preise stehen noch nicht exakt fest. Sicher ist allerdings, dass es sich um ein hochpreisiges Produkt handeln wird. Der Rahmen liegt über 10 000 Euro pro Qaudratmeter.“

Insgesamt werden die Wohnungen eine Fläche von rund 8000 Quadratmetern haben. Die zwei Innenhöfe werden öffentlich zugänglich sein und die Querung von der Pranner- zur Salvatorstraße ermöglichen.

Kostenpunkt:

Rund 30 Millionen Euro. Geplante Fertigstellung: 2019.

Uli Heichele

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