Durch die Fußgängerzone

Amokfahrt bei der Shopping-Nacht!

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Die Route der Wahnsinns-Fahrt: Frauenstraße, Thomas-Wimmer-Ring, Burgstraße; Neuhauser Straße.

München - Was für eine Fahrt: Eine Hausfrau steuert ihren Mercedes quer durch die Fußgängerzone. Jetzt steht die 34-Jährige vor Gericht und soll in die Psychatrie.

Mit dem Auto durch die Fußgängerzone und mit 100 Sachen über den Thomas-Wimmer-Ring. Was die Staatsanwaltschaft einer 34-jährigen Münchnerin vorwirft, klingt wie aus einem schlechten Film. Mayelin S. soll am 7. September 2012 während der Aufbauarbeiten für die Kultur- und Shoppingnacht mit ihrem Mercedes durch die Fußgängerzone gebrettert sein! Seit Dienstag verhandelt das Landgericht München I über eine Unterbringung in der Psychiatrie.

Es ist 11.45 Uhr, als die gebürtige Kubanerin ihren Wagen auf die Neuhauser Straße steuert. Handwerker stellen gerade Bühnen und Standl auf. Einige Passanten versuchen noch, die Amokfahrerin aufzuhalten – vergeblich. Laut Staatsanwaltschaft steigt Mayelin S. aufs Gas und kurvt Richtung Marienplatz. Spaziergänger springen zur Seite. Einige Passanten, die das Auto nicht kommen sehen, soll die Hausfrau sogar angefahren haben. Es grenzt an ein Wunder, dass niemand schwerer verletzt wird.

Mayelin S. auf der Anklagebank. Das Gericht entscheidet über eine Unterbringung in die Psychiatrie

Am Marienplatz muss Mayelin S. schließlich anhalten – zu groß ist das Gedränge und parkende Rikschas versperren den Weg. Einem Mann, der sich in den Weg stellt, fährt sie laut Anklage sogar gegen das Bein. Schließlich fordert eine Polizeistreife sie auf, hinter dem Einsatzfahrzeug herzufahren. Aber Mayelin S. flüchtet über Burgstraße und Alten Hof auf die Maximilianstraße. Als die Ampel Rot zeigt, soll sie auf der Gegenfahrbahn am stehenden Verkehr vorbeigefahren und auf den Thomas-Wimmer-Ring abgebogen sein. Mit Tempo 100 ging’s weiter Richtung Isartorplatz. Erst an der Blumenstraße konnte sie gestoppt werden.

Die Staatsanwaltschaft sieht in Mayelin S. eine Gefahr für die Allgemeinheit. Sie leidet offenbar unter einer paranoid halluzinatorischen Schizophrenie und gilt als schuldunfähig. Es sei zu erwarten, dass die Amokfahrt kein Einzelfall bleibe. Das Gericht muss nun entscheiden, ob Maylin S. in die Psychiatrie kommt.

Beate Winterer

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