Seit 270 Jahren in München

Stadt erteilt Nachmieter Absage: Traditionsgeschäft am Marienplatz muss zumachen

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Heidemarie Pauli war 50 Jahre Inhaberin des Schmuckladens. Jetzt muss sie zusperren.

270 Jahre gibt es das Traditionsgeschäft Riederer in München. Nun muss die langjährige Inhaberin den Laden zusperren, obwohl sie lange für ihn kämpfte.

  • Das Traditionsgeschäft Riederer am Marienplatz schließen.
  • In den letzten 50 Jahren führte Heidemarie Pauli den Laden. Sie kämpfte lange für seine Erhaltung.
  • Sie scheiterte: Die Stadt wird den Laden neu ausschreiben.

München - Seit zwei Wochen packt Heidemarie Pauli Knöpfe, Zwirne, Schnallen, Trachtenschmuck und Silberohrringe ein. All das, was sich in den vielen Jahrzehnten in ihrem Laden angesammelt hat, landet in Umzugskisten. „Dabei weiß ich noch gar nicht, wohin damit“, sagt sie. In ein paar Wochen soll sie den Riederer am Rathaus besenrein verlassen.

Heidemarie Pauli ist 78 Jahre alt, 50 Jahre lang hat sie das Geschäft am Marienplatz geführt. Jetzt hört sie auf, aus Gesundheitsgründen. „Ich habe mir so gewünscht, dass der Laden überleben kann“, sagt sie. „Ich habe sogar einen Nachmieter gefunden, der das Geschäft so übernommen hätte, wie es ist. Aber die Stadt erlaubt das nicht.“

„... dann habe ich die endgültige Absage von der Stadt bekommen“

Der Grund: Gibt ein Inhaber seinen Laden auf, darf er nicht einfach selbst entscheiden, wer ihn übernimmt, erklärt Birgit Unterhuber vom Kommunalreferat. „Bei Kündigungen muss die Neuvermietung grundsätzlich öffentlich ausgeschrieben werden.“ Eine Ausnahme macht die Stadt, wenn der Inhaber sein Geschäft an enge Verwandte übergibt, etwa an die Kinder.

„Ich habe eineinhalb Jahrebei der Stadt darum gekämpft, dass der Laden erhalten bleibt“, sagt Pauli. „Dann habe ich die endgültige Absage bekommen.“

Mehr als hundert Jahre beherbergte das Gebäude an der Lindwurmstraße 1 das Traditionsgeschäft Klavier Hirsch. Jetzt wird das Haus abgerissen.

Riederer existiere schon seit rund 270 Jahren in München, berichtet Pauli. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog der Laden an die Dienerstraße. Zunächst gab es dort nur Schneidereibedarf, später Silberwaren, heute zum großen Teil Schmuck. „Riederer ist eine Institution in München“, sagt Pauli. „Viele meiner Kunden haben mir jetzt gesagt: Bald ist München genauso langweilig wie alle anderen Großstädte.“

Heidemarie Pauli hat zum 31. Dezember gekündigt. Wenn sie dann draußen ist, saniert die Stadt die Räume und schreibt sie öffentlich aus. Dann wird ein neuer Laden Riederers Platz einnehmen. 

Kathrin Braun

Aufregung in München: Drei Schulen wurden durchsucht. Gegen eine Einrichtung im Landkreis wurde eine Bombendrohung ausgesprochen. Jetzt gibt es Hinweise zum Täter.

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Während leider immer mehr Geschäfte schließen müssen, eröffnet allerdings ein neues bayerisches Kultlabel einen eigenen Laden in der Münchner Innenstadt.

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