1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Altstadt-Lehel

Schweres Unglück mitten in München: Bagger kracht in Keller

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Julian Spies, Dorita Plange

Kommentare

Schwerer Unfall auf einer Baustelle an der Sonnenstraße in München: Ein Tonnen-schwerer Bagger ist dort am Donnerstag durch die Beton-Decke einer Baustelle gebrochen.

München - Um genau 10.49 Uhr tat sich die Erde auf und verschlang einen gewaltigen 52-Tonnen-Bagger samt Fahrer - fünf Meter tief!

Ein spektakulärer Unfall auf der neuesten Hotel-Baustelle in der Sonnenstraße 25 hatte am Donnerstag einen zunächst großangelegten Rettungseinsatz samt einstündiger Komplett-Sperrung des Altstadtrings zur Folge.

Der Baggerfahrer wurde zum Glück nicht von den Geröllmassen verschüttet und konnte sich mit Hilfe seiner Kollegen selbst befreien. Zwei Arbeiter, die auf einer Hebebühne festsaßen, wurden von der Feuerwehr mit der Drehleiter befreit.

Was wird auf dem Grundstück eigentlich gebaut?

Auf dem Grundstück stand bis vor kurzem ein unschöner Betonklotz, in dem bekannte Firmen und Institutionen viele Jahre lang residierten. Die Tanzschule Wolfgang Steuer, die Szene-Disco NY-Club und die Eden-Bar mussten raus, wie auch das Goethe-Institut, das 35 Jahre hier in der Sonnenstraße 25 residierte. Die Abrissarbeiten inmitten der Häuserzeile und über einer mehrgeschossigen Tiefgarage sind nicht einfach. Den Zuschlag dafür bekam ein Starnberger Bau- und Projektentwicklungs-Unternehmen. Die oberirdischen Abriss-Arbeiten sind schon weit fortgeschritten.

Decke der Tiefgarage kracht ein

Zwei der schweren Bagger waren dort am Donnerstag im Einsatz - einer oberhalb auf einem Geröllberg, der Unglücksbagger unterhalb und nahe der Sonnenstraße. Offenbar trug die Decke der Tiefgarage auf Erdgeschoss-Niveau das Gewicht nicht länger und gab nach. 

Mit Tonnen Geröll verschwand der Bagger in einem vier Meter tiefen Loch (und einer Staubwolke), aus dem nur noch der Arm mit der Baggerschaufel herausschaut. Die ragte bedrohlich über den Geh- und Radlweg. 

Verkehrschaos in der Altstadt

Ein Großaufgebot von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei raste zur Unglücksstelle, machte den Altstadtring dicht. Nur die Tram fuhr noch - Verkehrschaos im Bahnhofsviertel und in der Altstadt. Nach einer Stunde dann Entwarnung. Der Baggerfahrer wurde vorsichtshalber in eine Klinik gebracht. Fachleute nahmen den Unglücksort in Augenschein. Weil die Einbruchsstelle selbst und auch der Bagger stabil sind, wurde die Sperrung aufgehoben. Fachleute wollen nun versuchen, zuerst den Baggerarm samt Schaufel abzubauen. 

„Später dann muss der Bagger selbst aus der Grube gehoben werden“, erklärte Johannes Schorer, Sprecher der Berufsfeuerwehr München. Dafür wird vermutlich ein schwerer Kran vonnöten sein. Für die Bergungsarbeiten werden voraussichtlich weitere Sperrungen des Altstadtrings notwendig.

Wann wird der Bagger geborgen?

Ein Zeitplan dafür stand gestern noch nicht fest. In der Baulücke wird ein Hotel entstehen. Nach Auskunft von Ingo Trömer vom Planungsreferat sind 378 Betten mit Hotel, Restaurant und Tiefgarage geplant. Der Eigentümer ist ein britischer Investor aus der internationalen Hotel-Branche.

Der gesamte Altstadtring zwischen Stachus und Sendlinger Tor war nach dem Unglück am Donnerstagvormittag zunächst gesperrt. Von dem 52 Tonnen schweren Bagger geht zur Zeit keine Gefahr aus, so die Polizei. 

Dass der schwere Bagger bei dem Absturz eingesunken ist, war nach der momentanen Lage wohl eher ein glücklicher Umstand. Denn dadurch hängt die große Baggerschaufel frei über dem Radweg. Wäre der Bagger nicht so tief eingesunken, wäre die Schaufel möglicherweise mit voller Wucht auf den Gehweg gekracht.

Baggerschaufel hängt frei über dem Radweg.
Baggerschaufel hängt frei über dem Radweg. © Bodmer

dop/js

Auch interessant

Kommentare

Mehr zum Thema