Konkurrenz für den Bayerischen Hof

München bekommt neues Hotel der Superklasse

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Pompös: Die Ausstattung der „Rosewood“-Hotels kommt luxuriös daher, hier das Wohnzimmer eine Suite im französischen Hotel de Crillon in Paris.

München bekommt ein neues Hotel der Superklasse – und der Bayerische Hof in unmittelbarer Nähe ernsthafte Konkurrenz. Die Bayerische Hausbau stellte erstmals konkrete Pläne vor und verkündete den Namen der Hotelmarke.

München - Das Rosewood-Hotel, das 2023 an der Kardinal-Faulhaber-Straße eröffnen soll, wartet mit imposanten Zahlen und Fakten auf. Kategorie: „Fünf Sterne ultra luxury“. Beste Innenstadtlage mit Blick auf die Frauenkirche. Ein Spa auf zwei Ebenen. 132 Zimmer, davon 46 Suiten mit bis zu 200 Quadratmetern.

Zum Vergleich: Das Fünf-Sterne-Grand-Hotel Bayerischer Hof, in dem Angela Merkel nächtigt, wenn sie München besucht, hat 60 Suiten im Portfolio. Die Panorama-Suite im 7. Stock etwa – 100 Quadratmeter, Marmor, Mahagoni, Dachterrasse, Whirlpool – kostet stolze 4000 Euro pro Nacht. Das Rosewood will noch eine Schippe drauflegen. Die Zimmerpreise werden sich an der Umgebung orientieren, erklärte Geschäftsführer Radha Arora gestern, „und vielleicht noch ein bisschen darüber.“ Was das bedeutet, kann man sich ausrechnen.

Die Bayerische Hausbau hat das denkmalgeschützte Gebäude an der Kardinal-Faulhaber-Straße, ehemals Bayerische Staatsbank, 2012 erworben. Gestern setzten Geschäftsführer Hermann Brandstetter und Radha Arora von Rosewood ihre Unterschriften unter den Mietvertrag mit zunächst 20 Jahren Laufzeit. Mehr als 100 Millionen Euro sollen in das Großprojekt fließen.

„Ein Gespür für die Umgebung“

Derzeit wird das Gebäude zwischengenutzt – als buntes Pop-up-Hotel. Der Münchner Gastronom Michi Kern („Pacha“) betreibt dort noch bis Ende 2018 das „Lovelace“, in dem auch kulturelle Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Anfang 2019 soll dann Baubeginn sein für das „Rosewood“. Die 1979 gegründete US-amerikanische Hotelkette wächst organisch und betreibt derzeit 21 Hotels über den ganzen Globus verstreut, meist sind sie in den Metropolen zu finden. Alle Herbergen eint die luxuriöse Ausstattung. Geschäftsführer Arora wurde zudem nicht müde, das Motto des Unternehmens zu wiederholen: „A sense of place“. Man habe also „ein Gespür für die Umgebung“ und beziehe die Bevölkerung mit ein. Soll heißen: Restaurant, Bar und Spa des Hotels stehen auch Einheimischen offen – sofern sie das nötige Kleingeld haben.

Das neue Hotel liegt dann keine fünf Gehminuten vom Bayerischen Hof entfernt. Konkurrenz in unmittelbarer Nähe – das schmeckt Chefin Innegrit Volkhardt überhaupt nicht. Bereits im Sommer zog Volkhardt gegen die Bayerische Hausbau, der das Gebäude gehört, vor Gericht. Angeblich aber nicht, um die Konkurrenz zu verhindern. Ihr ging es darum, dass ein neues Hotel das Verkehrschaos befeuere. Die Stadt hatte einen Vorbescheidsantrag der Bayerischen Hausbau genehmigt. Wohnungen, Büros, Gewerbe und ein Hotel dürften einziehen. Volkhardt focht dies an. Die Bayerische Hausbau hat nachgebessert. „Wir haben alle relevanten Punkte überarbeitet“, sagte Geschäftsführer Hermann Brandstetter bei der Pressekonferenz. Ob’s damit getan ist, entscheidet im Februar das Gericht.

Der Bayerische Hof wollte die neuen Pläne nicht kommentieren. „Nach Rücksprache mit der Geschäftsleitung können wir uns hierzu nicht äußern“, hieß es aus der PR-Abteilung.

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