“Das hat ausgeschaut - Wahnsinn!“

Schattenseite des schönen Wetters: Müllberge im Park

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Volker Friedl (72)ist genervt vom Müll.

Kaum wird das Wetter wieder wärmer, häufen sich die Beschwerden über Müll und Dreck, den die Sonnenhungrigen in Münchens Parks und an der Isar hinterlassen. Auch im Englischen Garten heißt es: So schlimm war’s selten.

München - Aufgerissene Müllbeutel, Kartons auf den Wiesen, vollkommen überfüllte Mülleimer: Die Freiluft-Saison ist noch jung, und den Anwohnern des Westparks reicht es bereits. „Wir kämpfen damit, dass viele Leute nach dem Grillen oder privaten Partys ihren Müll einfach liegen lassen“, sagt der Chef des örtlichen Bezirksausschusses, Günter Keller (SPD). SPD-Stadtrat Jens Röver ergänzt: Zusätzlich gebe es im Park ein Krähen-Problem. Die Vögel klauten Abfall aus Mülleimern und verteilten ihn. Deswegen testet die Stadt derzeit im Westpark krähensichere Mülleimer. 

Westpark, Hirschgarten, Englischer Garten - das Problem bleibt gleich 

Röver appelliert: „Es wäre sehr hilfreich, wenn jeder seinen Abfall ordentlich entsorgt oder wieder mitnimmt.“ Das Baureferat teilt mit, ein Unternehmen reinige den gesamten Westpark montags, mittwochs und freitags. An Wochenenden mit schönem Wetter auch am Sonntagmorgen. Was Anfang April schiefgelaufen sei, werde „intern kritisch geprüft“.

Im Englischen Garten haben die Angestellten von Parkchef Thomas Köster am ersten Aprilwochenende fünf Container Müll weggeschafft. „Das ist für die Jahreszeit sehr ungewöhnlich“, sagt er. Viele Flaschensammler hätten den Start in die Saison dagegen verpasst. „Diese Menschen sind sehr wichtig zur Erhaltung der Grünflächen. Wir kommen besonders bei den Bierflaschen kaum noch nach.“

Auch Anwohner des Hirschgartens beschweren sich über Müllberge und Krähen. „Vor ein paar Tagen war ich mit meinem Hund dort spazieren“, sagt Rentner Volker Friedl (72). „Das hat ausgeschaut – Wahnsinn.“ Ein Wäldchen nahe der Schloßschmidstraße nutzten zudem viele Grillende als Toilette.

Sendlinger fordern Grillverbot am Flaucher

Entlang der Isar verschärft sich das Müllproblem aktuell wieder. Im Sendlinger BA schimpfte ein Bürger über die Zustände und erntete Zustimmung: leere Flaschen, Scherben, Grillpapier und Unrat allerorten. „Der Abstand zwischen den Müllcontainern ist zu groß“, kritisierte Jan Erdmann (Grüne). Der Müll ist allerdings für BA-Mitglieder und Bürger nur die eine Seite der Medaille.

„An einem Freitagabend war vor Kurzem gegen 22 Uhr bei uns im Viertel schon wieder alles völlig verraucht“, klagte ein Anwohner. Teils durch Grill-, teils durch Bodenfeuer. „Und die Stadt tut nichts. Wir haben das Gefühl, denen ist unsere Gesundheit völlig egal.“ Der BA hat bereits im vergangenen Jahr einen Vorstoß unternommen: Per Antrag forderte er die Stadt auf, „die Flaucherinsel sowie die unmittelbar östlich und südlich angrenzenden Kiesbänke grill-, feuer- und eventfrei zu halten“. Ein Ergebnis liege jedoch noch nicht vor, berichtete BA-Chef Markus Lutz (SPD).

Lesen Sie auch: Neue Regeln für Griller - Stadt schafft klare Verhältnisse

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