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Wegen Bauarbeiten

Residenz: Die Schatzkammer der Wittelsbacher wird geschlossen

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Staunend betrachten Besucher der Schatzkammer diese wertvollen Thron-Insignien.

München - Wegen Bauarbeiten in der Residenz können die Kostbarkeiten der bayerischen Herrscher fast sechs Wochen lang nicht besichtigt werden.

Saphire, Gold und Diamanten – Marilyn Monroe hätte sich pudelwohl gefühlt in der Schatzkammer der Münchner Residenz. 1953 trällerte der Hollywood-Star „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“ (Diamanten sind eines Mädchens bester Freund) – und davon gibt es reichlich in den streng bewachten Räumen. Schließlich hatten auch die bayerischen Herrscher eine ausgesprochen große Leidenschaft für Gold und Juwelen – und sammelten Kostbarkeiten aus Spätantike, Renaissance und Klassizismus, um nur einige der Epochen zu nennen, aus denen die Wittelsbacher ihre Luxusgüter zusammentrugen.

Von 11. Januar bis 26. Februar ist die Schatzkammer wegen Bauarbeiten geschlossen. Wie berichtet, wird seit 2007 der Königsbau der Residenz saniert und ausgebaut. Zu den Maßnahmen, die 33 Millionen Euro kosten, zählen unter anderem die Modernisierung der Haustechnik, die schon weitgehend abgeschlossene Sanierung der Dächer und Fassaden, der Ausbau von neuen Museumsräumen sowie die Restaurierung klassizistischer Prunkräume wie die Nibelungensäle. 2018 sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein.

In der Schatzkammer finden Arbeiten am Lüftungssystem statt, außerdem wird der Brandschutz verbessert. Von der Schließung nicht betroffen sind das Residenzmuseum und das Cuvilliés-Theater.

Herzog Albrecht V. hatte die Schatzkammer der Wittelsbacher 1565 begründet, indem er testamentarisch verfügte, dass die Schätze der Familie nicht mehr weggegeben werden dürfen. Sein Sohn und sein Enkel erweiterten die Sammlung. Im späten 18. Jahrhundert ließ Kurfürst Karl Theodor den sogenannten Pfälzer Schatz nach München überführen. Dazu zählt unter anderem die älteste erhaltene englische Krone überhaupt, die vermutlich um 1399 das Haupt der Gemahlin König Richards II. geschmückt hatte. Im Zuge der Säkularisierung kamen Kunstwerke aus Dom- und Klosterbesitz dazu.

Manche der Kostbarkeiten aus der Residenz-Schatzkammer sind durchaus umstritten. Etwa die Kunigundenkrone, die 1803 als Säkularisationsgut von Bamberg nach München gelangte. Die Franken meinen, dass Frankens Schätze nach Franken gehören – und nicht in die Münchner Residenz. Sie fordern Heimatminister Markus Söder (CSU) zur Rückführung der mit Edelsteinen besetzten, um 1063 geschaffenen Krone auf.

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