Schörghuber prüft Standort

Schörghuber prüft Hotel am Bayerischen Hof

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Das Grand Hotel am Promenadeplatz.

München - Der Schörghuber-Konzern prüft, im Rücken des Bayerischen Hof ein Hotel zu bauen – und der Riese zieht vor Gericht. Krieg der Sterne-Hotels in der Altstadt!

Kaiserin Soraya, Dalai Lama, Rockefeller, Papst Benedikt, Bill und Hillary Clinton: Seit 173 Jahren steigen die Reichen, Schönen und Mächtigen der Welt im Bayerischen Hof ab – und solche, die sich bei Suite-Preisen bis 3800 Euro pro Nacht auch einmal in deren Betten schmiegen wollen. Jetzt droht der Nobelherberge am Promenadeplatz Konkurrenz: Der Schörghuber-Konzern erwägt, im Rücken des Riesen ein Hotel zu bauen – und der Bayerische Hof zieht vor Gericht. Krieg der Sterne-Hotels in der Altstadt!

Das Schlachtfeld nennen Insider „KF1“: In der Kardinal-Faulhaber-Straße 1 residieren noch die Bosse der Hypo Vereinsbank, bis sie 2016 in den sanierten Hypo-Turm am Arabellapark ziehen. 2011 hat sich Schörghuber mit seiner Bayerischen Hausbau das Prachtstück samt HVB-Forum, Preysing-Palais und Parkgarage einverleibt. Über die Pläne hüllt man sich in Schweigen: Mehrere Nutzungen seien denkbar, ein Hotel dementiert die Hausbau auf Anfrage nicht. Genaueres werde man kommende Woche beim Infoabend verraten. „Es ist uns ein Anliegen, die Bürger bereits jetzt über die Entwicklung im Herzen der Stadt zu informieren“, sagt Hausbau-Chef Jürgen Büllesbach.

Tatsächlich hat die Hausbau nach tz-Recherchen eine Bauvoranfrage mit mehreren Nutzungen gestellt und längst einen positiven Bescheid in der Schublade. Darin hält die Stadt unter anderem ein Hotel mit bis zu 295 Betten für zulässig, zuletzt war noch von 150 Zimmern die Rede.

Gegen diesen Vorbescheid zieht der Bayerische Hof vor das Verwaltungsgericht. Chefin Innegrit Volkhardt hält ihn für rechtswidrig: „Ein Freibrief der Stadt für Nutzungen aller Art – von Wohnen über Büro bis hin zum Hotel mit 295 Betten und Versammlungsstätte für bis zu 1000 Personen.“ Sie hat ein eigenes Gutachten erstellen lassen, das bei einem Hotel eine Verfünffachung der 420 Autos am Tag befürchten lässt. Um die Betten gehe es ihr aber nicht, die könne sie nicht verhindern – „sondern darum, dass das Miteinander in der Altstadt funktioniert“.

Dass es nicht funktioniert, beweist der Kampf um die Sicherheitskonferenz, die im Bayerischen Hof logiert und zum Teil im bisherigen HVB-Forum, das Schörghuber ab 2016 nicht mehr anbieten kann. Dafür verhandelt man aber mit den Organisatoren über einen Ersatz für die ganze Konferenz in den eigenen Hotels im Arabellapark. … David Costanzo

David Costanzo

Bayerischer Hof

Das Grand Hotel am Promenadeplatz ist schon immer die erste Adresse: König Ludwig I. wünschte eine standesgemäße Unterkunft für seine Gäste suchte. Wird gemacht, Eure Majestät: 1841 eröffnet der Bayerische Hof. Seit 1897 ist das Haus im Besitz der Familie Volkhardt. Seit 1992 führt Innegrit Volkardt die Geschäfte in der vierten Generation. Heute verfügt das Haus über 340 Zimmer, darunter 65 Suiten, dazu 40 Tagungsräume für 10 bis 2500 Menschen und Spa-Bereich über den Dächern der Stadt. Die Preisliste reicht von 268 bis 3800 Euro. Foto: Sigi Jantz

Goldene Hypo-Zentrale

Da strahlt die Hypo-Zentrale schon ganz gülden: Schörghuber hat mit seiner Bayerischen Hausbau die alte Bayerische Staatsbank 2011 gekauft. Der Preis wird geheim gehalten. Hotels gehören für den Münchner Konzern mit 6700 Mitarbeitern seit 1969 ins Imperium – da eröffnete das Arabella Hotel im damals neu gebauten Arabellapark (Bogenhausen). Heute gehören nicht nur das dortige Westin Grand zu dem Zweig, sondern auch das Arabella am Spitzingsee und Nobeladressen in der Schweiz und auf Mallorca.

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