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Chef Hans Hammer will Rentabilität steigern

Schrannenhalle: Muss Käfer für Edeka weichen?

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München - Schrannen-Boss Hans Hammer geht mit seiner Supermarkt-Idee in die Offensive! Und was wird dann aus dem benachbarten Viktualienmarkt?

Nach den turbulenten Anfangsjahren ist es ruhig geworden um die Schrannenhalle. Zu ruhig, findet manch einer. Aber das soll sich ändern, wie die tz aus dem Stadtrat erfuhr: Schrannen-Boss Hans Hammer geht mit seiner Supermarkt-Idee in die Offensive! Und was wird dann aus dem benachbarten Viktualienmarkt?

Seit der Kommunalwahl putzt Hammer Klinken im Rathaus. Zuerst lud er die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats zur kleinen Runde. Aber nicht allein, bestätigt Grünen-Chefin Gülseren Demirel: Auch die Firma Simmel sei vertreten gewesen, die etwa in der Einsteinstraße einen noblen Supermarkt der Edeka-Gruppe betreibt – und zwar gleich durch Junior- und Senior-Chef. Diese Idee habe er enthüllt: „Simmel könnte etwa die halbe Halle übernehmen“, sagt Demirel. „Dann würde Käfer aus der Halle gehen.“ Hammer habe erklärt, dass er für die Rentabilität der Schranne sorgen müsse. Was die Politik alarmiert habe: Der Supermarkt solle das volle Sortiment anbieten – inklusive Gemüse und Fleisch! „Wir wollen aber keine Konkurrenz zum Viktualienmarkt“, sagt Demirel. Dass sich Hammer so sehr ums Rathaus bemüht, hat einen einfachen Grund: Für so eine Nutzungsänderung müsste der Stadtrat wohl einer Änderung des Erbpachtvertrags zustimmen.

Schrannen-Chef Hans Hammer stellt seine Supermarkt-Pläne derzeit bei den Rathaus-Parteien vor.

Kürzlich war Hammer zu Gast bei der CSU, deren Schatzmeister er im Münchner Süden ist. In dieser Woche war die SPD an der Reihe: Der Schrannen-Boss war bei Kommunalreferent Axel Markwardt und Fraktionschef Alexander Reissl. Diesmal habe Hammer sogar Grafiken eines Supermarkts in der Schranne dabei gehabt, bestätigt Reissl: „Das wird eine schwierige Entscheidung, weil wir sorgsam mit dem Markt umgehen müssen.“ Und mit der über 150 Jahre alten Halle: Offenbar gibt es in der Politik die Überlegung, zumindest auf den Verzicht von Supermarkt-Logos zu pochen.

Hans Hammer will gegenüber der tz nichts bestätigen, dementiert aber auch nicht. „Die ganze Halle läuft, wir können damit leben“, sagt er. Natürlich denke er als Projektentwickler immer über neue Projekte nach. Mit der Firma Simmel habe er immer wieder gesprochen. „Die Nutzung wäre sinnvoll und denkbar – wenn Platz in der Halle wäre. Wir haben aber einen Mieter mit Feinkost Käfer.“ Über laufende Vorgänge wolle er sich aber nicht äußern.

Das aber tun die Händler vom Viktualienmarkt. „Mit uns redet man nicht“, sagt Sprecherin Elke Fett. „Wir werden versuchen, uns zu wehren.“

David Costanzo

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