Nach Beschluss zum Umbau

Sendlinger Straße: Schwere Vorwürfe gegen die Stadt

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Die Sendlinger Straße wird jetzt endgültig zur Fußgängerzone.

Gerade ist die Fußgängerzone in der Sendlinger Straße endgültig beschlossen, da wirft der Vorsitzende des Bezirksausschusses dem Planungsreferat „offene Manipulation“ vor. 

München - Es kehrt keine Ruhe ein an der Sendlinger Straße. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt. Er spricht von offener Manipulation. So sei bei der Befragung der Händler herausgekommen, dass während des Verkehrsversuches lediglich bei elf Prozent der Umsatz gestiegen sei, bei 20 gesunken, beim Rest Konstant geblieben. Das Planungsreferat schreibe aber, dass die Umsätze während des Verkehrsversuchs konstant geblieben oder gestiegen sei. „Man hat nicht nur die Leute verärgert, sondern auch den BA alt aussehen lassen. Wir haben uns geschämt für das, was da abgegangen ist.“

Elisabeth Merk ist Chefin des Planungsreferates.

Ferner kritisierte der BA-Chef, dass die Passantenbefragung schon im November, nur wenige Wochen nach Start des Verkehrsversuchs, durchgeführt worden sei. „Die letzten fünf Monate gab es keine Erhebung mehr über den Zustand der Fußgängerzone.“ Neumers Appell an die Verwaltung: Nun solle bei der Planung eine echte Bürgerbeteiligung ermöglicht werden. „Nur so kann man das Vertrauen zurückgewinnen.“ Stadtbaurätin Elisabeth Merk sagte, dass dies schon durch den Beschluss gewährleistet sei. Die Kritik nahm sie auf. „Ich bedaure, dass es so einen Verlauf genommen hat. Ich werde beim nächsten Mal versuchen, eine bessere Vorgehensweise vorzuschlagen.“

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Auch Fritz Schmude (LKR) war sauer. Seine Fraktion hatte einen Antrag gestellt, wonach geprüft werden sollte, ob auf der Sendlinger Straße auch ein so genannter Shared Space mölglich ist, also einen Raum, den sich Radler und Fußgänger teilen. Die Verwaltung lehnt das ab.

OB Dieter Reiter (SPD) ironisch: „Shared Space hat ja schon in der Dienerstraße herausragend funktioniert. Wir wollen in der Sendlinger Straße ja eine Fußgängerzone installieren und kein Sammellazarett.“ 

Sascha Karowski

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