Sperrungen rund um den Bayerischen Hof

Siko 2015: So viel Polizei und so viele Demos wie nie!

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Kanzlerin Merkel mit dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko. Ab morgen ist der Bayerische Hof eine Festung.

München - Es gibt keine konkreten Hinweise. Und dennoch überschattet die abstrakte Gefahr eines islamistisch motivierten Terroranschlags in diesem Jahr die 51. Münchner Sicherheitskonferenz.

Annähernd 4000 Polizisten aus Bayern, Hessen und Brandenburg, dazu die Bundespolizei und mehrere deutsche SEK-Einheiten machen aus der Münchner Innenstadt rings um den Tagungsort im Bayerischen Hof am Promenadeplatz am kommenden Wochenende eine Festung!

Die Polizei trägt heuer eine große Verantwortung – nicht nur für die Sicherheit der 20 mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt und rund 50 Minister. Sondern auch für den reibungslosen Ablauf einer Vielzahl von Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern (siehe unten) und den Großstadtverkehr.

„Seit Paris und Belgien wissen wir, dass der Terror in Europa angekommen ist. Natürlich wäre die Siko ein Angriffsobjekt mit Symbolwert,“ erklärte der Münchner Vize-Polizeipräsident Robert Kopp gestern. Zumal die Siko-Gästeliste heuer so zahlreich und prominent besetzt ist wie nie: Unter anderen kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Vizepräsident Joe Biden, US-Außenminister John Kerry, der russische Außenminister Sergey Lavrov, der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko, der kurdische Präsident Masud Barzani aus dem Nordirak, sowie die deutschen Bundesminister Ursula von der Leyen, Thomas de Maziére, Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel.

Einen bekannten Gegner gibt es schon: Beißende Kälte und Glätte wird den Polizisten an den Kontrollpunkten massiv zusetzen und wahrscheinlich auch die Motorradstaffel der Polizei außer Gefecht setzen. Diese Beamten eskortieren sonst immer die anreisenden Staatsgäste in die Stadt und waren immer die Garanten für die zügige (Ent-)Sperrung der Straßen.

Die Sperrungen

Von Freitag, 6 Uhr, bis Sonntag gegen 15 Uhr ist das gesamte Viertel um den Bayerischen Hof abgeriegelt. Hier kommen nur noch Anrainer mit Ausweisen und Tagungsteilnehmer über die Kontrollstellen (siehe Plan) hinein. Im ganzen Stadtgebiet ­müssen die Münchner mit kurzfristigen Sperrungen und Staus (auch für Busse und Trambahnen) rechnen. Die Polizei empfiehlt, für Fahrten in die Stadt U-und S-Bahn zu nutzen. Parkverbote ernst nehmen: Es wird rigoros abgeschleppt! Das Bürgertelefon der Polizei (089/2910-1910) ist rund um die Uhr besetzt.

Samstag ist der Tag der Demos

  • Von 11 bis 17 Uhr demonstrieren am Oberanger/Ecke Klosterhof 50 Teilnehmer der AnaRKomM (Anarchistinnen-Rätekommunistinnen München).
  • Ab 11 Uhr werden am Stachus 300 Teilnehmer der Demo „Sicherheit und Frieden für die Ukraine“ erwartet. Ab 16.15 Uhr bis 17 Uhr laufen sie über den Altstadtring und die Lindwurmstraße zum Goetheplatz.
  • Um 12 Uhr beginnt am Marienplatz die Großdemo des „Aktionsbündnisses gegen die Nato-Sicherheitskonferenz“ mit 3000 Teilnehmern. Ab 13.30 Uhr umrundet die Demo den halben Altstadtring durchs Tal und Teile des Gärtnerplatzviertels, dann zurück zum Marienplatz zur Schlusskundgebung ab ca. 15 Uhr. Veranstaltungsende ca. 18 Uhr.
  • Um 13 Uhr startet ein ukrainischer Autokorso zur Umrundung Münchens auf dem Mittleren Ring. Thema: „Gegen den russischen Terror gegenüber der Ukraine“. Der Korso startet an der Domagkstraße in Richtung Olympiagelände einmal um die Stadt herum wieder zurück zur Domagkstraße. Erhöhte Staugefahr!
  • Von 14 bis 16 Uhr demonstrieren die Münchner Kurden am Odeonsplatz mit 300 Teilnehmern. Eventuell schaut der kurdische Präsident Masud Barzani vorbei.

Dorita Plange

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