Ganove am Abschlepphaken

So stoppte dieser Pannenhelfer einen Dieb in der Maxburgstraße

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Held Sinan H. arbeitet bei einem Münchner Abschleppdienst.

Für gewöhnlich hat Pannenhelfer Sinan H. (33) kaputte Autos am Haken, Anfang Mai schleppte der Bosnier aber einen Schmuckdieb ab – mitten in der Altstadt!

München - Als er an dem Wagen eines Freisinger Ehepaares gerade einen Reifen wechselte, schnappte sich ein Kolumbianer eine Tasche voll mit edlem Schmuck, die auf der Rückbank lag. Sinan H. rannte hinterher und überwältigte den 22-Jährigen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang zwischen der Autopanne und dem späteren Diebstahl – eine neue Masche?

Ob er keine Angst hatte? Sinan H. schüttelt den Kopf und sagt trocken: „Ich bin ein Kind des Krieges. Ich habe Dinge erlebt, bei denen man keine Polizei im Rücken hat.“ Der Schmuckdieb, ein junger Kolumbianer, hatte sich an jenem Mittwoch eindeutig den Falschen ausgesucht.

Rückblick: Die Freisinger Eheleute hatten am frühen Nachmittag bei einem Juwelier in der Pacellistraße ihren Schmuck schätzen lassen. Ihr Auto hatten sie in der Tiefgarage in der Maxburgstraße abgestellt. Dort verstauten sie dann auch die Tasche, erledigten danach weitere Einkäufe.

Als die Freisinger zum Auto zurückkamen, fiel ihnen auf, dass der vordere rechte Reifen zerstochen war. Das Ehepaar steuerte seinen Nissan aus der Garage und parkte ihn am Straßenrand. Wenig später kam Sinan H. in seinem Abschlepp-Laster. „Gerade als ich den Reifen wechseln wollte, tat es einen dumpfen Schlag an der anderen Seite“, erinnert sich H. Da sah er den Dieb, fein gekleidet wie ein Geschäftsmann, mit der Schmucktasche unter seinem Arm wegrennen. „Ich bin ihm hinterher und habe ihn zu Boden gedrückt, bis die Polizei kam.“ Zwar habe der Dieb ein wenig gezappelt, sagt H. „Er hat aber schnell gemerkt, dass er hier nicht mehr wegkommt.“

Die Polizei vermutet jetzt, dass der Kolumbianer das Ehepaar bereits beim Juwelier beobachtet, den Reifen zerstochen und so einen günstigen Moment für den Diebstahl geschaffen hatte. In Südamerika seien ähnliche Maschen an der Tagesordnung.

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Johannes Heininger

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