Bauarbeiten haben begonnen

Bilder & Videos zum Mega-Umbau am Sendlinger Tor 

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So soll das neue Sperrengeschoss werden.
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Der Bahnsteig der U3/U6 bisher. 
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So soll der Bahnsteig der U3/U6 aussehen, wenn alles fertig ist. 
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Der Bahnsteig der U1/U2. Der Umbau soll vor allem auch das Umsteigen erleichtern. 
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Der neue Umsteigbereich U1/U2 zur U3/U6.

Es ist die nächste Mega-Baustelle der Stadt: die U-Bahn-Station Sendlinger Tor. Sechs Jahre lang gewerkelt, bis zu 200 Arbeiter sollen einen modernen, hellen Bahnhof erschaffen. Doch zunächst müssen Fahrgäste und Autofahrer viele Einschränkungen in Kauf nehmen.

München - Wenn man die 40er-Marke überschritten hat, dann macht sich das bemerkbar. Es ziept bisweilen, es zwickt, es läuft nicht mehr alles so wie früher. Für einen Menschen, so sagt der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Ingo Wortmann, sei das vielleicht noch kein Alter. Für das U-Bahn-Netz derweil schon. Das hat mitunter mehr als 40 Lenze auf dem Buckel. Und so ist denn auch beim geplanten Umbau des Bahnhofes Sendlinger Tor von einer Operation die Rede. Einer am offenen Herzen. 

Die Ausgangslage

Der U-Bahnhof Sendlinger Tor ist einer der meist frequentierten der Stadt. 1500 U-Bahn-Abfahrten, 150.000 Menschen steigen zwischen Sonnenstraße und Blumenstraße täglich ein, aus oder um. „Dass die Fahrgastzahlen seit Jahren steigen, merken wir gerade am Sendlinger Tor“, sagt Wortmann. In den Hauptverkehrszeiten knäult es sich, die Bahnsteige sind schmal, die Möglichkeiten für Umsteiger von U6/U3 zur U1/U2 wegen der zentralen Treppenanlagen begrenzt. Das soll sich nun ändern.

Das Gesamtkonzept

Die MVG hat drei Maßnahmen geplant. Zum einen werden die Betriebsräume auf Ebene der U1/U2 zurückgebaut. So entsteht mehr Platz für Fahrgäste im Verbindungsgang zwischen den beiden Röhren. Das soll zudem helfen, den Strom der Fahrgäste zu entzerren. Das gilt auch für den nächsten Punkt. Denn die zentralen Treppenanlagen werden neu angeordnet, einige um 180 Grad gedreht. Außerdem entsteht ein weiterer Aufgang. Umsteiger von der Ebene U3/U6 sollen so denen besser aus dem Weg gehen können, die von der Ebene U1/U2 nach oben kommen. 

Ferner errichtet die MVG zwei neue Bauwerke im Untergrund. An jeweils dem Ende der Bahnsteige U1/U2 entstehen neue Verbindungen zwischen den Röhren. Am Nordende können Fahrgäste künftig direkt ins Sperrengeschoss an der Sonnenstraße – ohne den Zentralbereich durchqueren zu müssen. Am Südende gelangen Kunden direkt an die Oberfläche (Blumenstraße/Ecke Wallstraße).

Neue Aufzüge, neue Treppen 

Die bestehenden Zugänge am Sendlinger Tor (vor dem Kino) und zur Müllerstraße werden mit jeweils einer Rolltreppe erweitert. Der U-Bahnhof erhält im neuen Erweiterungsbauwerk Blumenstraße einen zusätzlichen Aufzug. Die beiden bestehenden Aufzüge von den Bahnsteigen der U1/U2, die heute im Sperrengeschoss enden, werden bis an die Oberfläche zum nordöstlichen Sendlinger-Tor-Platz verlängert. Alle vorhandenen älteren Rolltreppen und Aufzüge werden ausgetauscht.

Höhere Bahnsteige, neues Leitsystem 

Die Bahnsteige werden um jeweils fünf Zentimeter angehoben, um ein möglichst stufenloses Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. Die Rampe im Sperrengeschoss wird verbreitert und auf eine dem heutigen barrierefreien Standard entsprechende Neigung neu ausgelegt. Ferner kommt ein taktiles Leitsystem für Sehbehinderte inklusive Handlaufbeschriftungen wie am Marienplatz.

Wann geht es los?

Im März beginnt der Umbau. Für die MVG ist es das erste Mal, dass ein derart komplexer Knotenpunkt mit zwei Bahnsteigebenen und Sperrengeschoss komplett saniert und erweitert wird – und zwar im laufenden Betrieb. Erste Vorarbeiten laufen bereits.

Das ändert sich für die Autofahrer

Laut MVG wird es Einschränkungen für Fahrgäste und auch Autofahrer geben, die sich dem Vernehmen nach aber in Grenzen halten sollen. An der Oberfläche wird der Verkehr umgeleitet, alle Richtungen sind aber weiterhin zu erreichen. Weil unter der Sonnenstraße ein neues Bauwerk entsteht, muss die Straße verlegt werden. Das tangiert vor allem den Autoverkehr, der vom Karlsplatz (Stachus) kommt. Dieser wird ab Montag, 10. April für circa zwei Jahre über die Zufahrt zur Nußbaum- und Pettenkoferstraße und die westliche Platzfläche zwischen dem Brunnen und der Matthäuskirche umgeleitet. Zu diesem Zweck wird der Bereich zwischen Brunnen und Kirche in den nächsten Tagen asphaltiert und damit zu einer provisorischen Fahrbahn umgebaut. Zusätzlich haben Rechtsabbieger von der Sonnen- in die Lindwurmstraße nur eine Spur zur Verfügung. Linksabbieger vom Oberanger in die Blumenstraße werden für die gesamte Bauzeit über „An der Hauptfeuerwache“ umgeleitet. Ferner entfällt zeitweise eine Geradeausspur zur Lindwurmstraße. Von Westen kommend entfällt eine eigenständige Linksabbiegespur. Von Süden kommend muss auch die Blumenstraße zeitweise verengt werden, sodass jeweils von Frühjahr bis Herbst eine Geradeaus- und eine kombinierte Geradeaus-Rechts-Abbiegerspur zur Verfügung stehen.

Das ändert sich für U-Bahn-Fahrer

Im U-Bahnhof erfolgt der Umbau mit Wanderbaustellen, sodass zu jeder Zeit ausreichend Flächen und Treppen für die Fahrgäste zur Verfügung stehen und der U-Bahnbetrieb nur in Randzeiten oder am Wochenende eingeschränkt werden muss. Ist der Autoverkehr oberirdisch verlegt, beginnen die Tiefbauarbeiten. Dazu wird der U-Bahn-Zugang in Richtung Sonnenstraße (Festtreppe) vorübergehend geschlossen. In den Röhren U1/U2 wird zunächst die Wandverkleidung entfernt, Stützwände für die beiden Erweiterungsbauten werden eingezogen. Während dieser Arbeiten im bzw. am Gleisbereich kann der Zugverkehr auf den U-Bahnlinien U1 und U2 am Sendlinger Tor zeitweise nur eingleisig abgewickelt werden. Das gilt 2018 erfolgt der Umbau auf der Ebene U3/U6. Einzelheiten und die genauen Fahrpläne wird die MVG rechtzeitig veröffentlichen.

Das ändert sich für Tramfahrer 

Parallel zur Modernisierung des U-Bahnhofs werden außerdem die Tramgleise am Sendlinger Tor erneuert. Die Wendeschleife steht von Montag, 10. April, bis Mitte Juni zur Erneuerung an, anschließend bis zum Ende der Sommerferien die Gleisanlage im Bereich der Haltestelle.

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