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„Lasst Cannabis weg, bleibt beim Weißbier“: Söder hält launige Festrede in München

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Feier in München
Mit einem Weißbier feierten Georg Schneider (li.) und Ministerpräsident Markus Söder. © Heinz Weißfuss

150 Jahre ist es her, dass Georg Schneider im Tal 7 zu München sein erstes Weißbier braute. Im Stammhaus im Tal wurde das große Jubiläum gefeiert.

München - Als Georg Schneider sein erstes Weißbier braute, war das Getränk das Symbol des sozialen Aufstiegs. Gebraut wird mittlerweile in Kelheim, schuld daran waren die massiven Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, das Herz des Unternehmens Schneider Weisse schlägt aber weiterhin im Stammhaus im Tal. Dort wurde das große Jubiläum gefeiert: 150 Jahre Schneider Weisse, 150 Jahre Schneider Bräuhaus, 150 Jahre Familie Schneider im Biergeschäft. Und alle heißen sie Georg mit Vornamen.

Schneider-Dynastie feiert Bier-Jubiläum in München: Messe in der Heilig-Geist-Kirche

Derzeit rührt Georg VI. den Sud, sein Sohn Georg VII. steht in den Startlöchern und wird in den nächsten Jahren das Erbe der Familie antreten. Eine Dynastie mit monarchischen Zügen, und so war es nur konsequent, dass die Krönungsmesse von Mozart die Jubiläums-Feierlichkeiten in der gegenüberliegenden Heilig-Geist-Kirche mit einem Dankgottesdienst eröffnete.

Die beiden Häuser verbindet eine lange Freundschaft, „wegen des Erfolges unserer Brauerei war schon bald nach Gründung am Sonntag keine Zeit mehr für den Kirchgang“, erinnert sich Georg VI. Schneider, „und deshalb kamen die Chorherren von Heilig-Geist herüber und haben den Bräuburschen eine stille Messe gelesen.“

In Heilig-Geist wurden auch die Ehen derer zu Schneider geschlossen und die Kinder getauft. Danach ging’s rüber ins festlich dekorierte Stammhaus, wo der „längste Stammtisch der Stadt“ aufgebaut war. An dem nahmen neben den kirchlichen Würdenträgern (darunter Pfarrer Rainer Maria Schießler, bis 2020 zuständig für die Heilig-Geist-Kirche) auch Hofbräu-Direktor Dr. Michael Möller mit Ehefrau Irmgard und Erdinger-Weißbräu-Chef Werner Brombach Platz.

Gäste tagen am „längsten Stammtisch der Stadt“: Söder hält launige Festrede

„Der Stammtisch ist eine wunderbare Einrichtung, der so gut wie nie in die heutige Zeit passt, weil soziale Kontakte nirgends besser gepflegt werden können“ meinte Möller, „wir beobachten einen Run darauf.“ Für Erdinger-Legende Brombach war es ein Bedürfnis zu gratulieren: „Georg V. hat sich immer anständig und fair am Markt verhalten, er war in meiner Jugendzeit immer Vorbild“, erklärte Brombach und fügte hinzu: „Zusammen müssen wir das bayerische Bier so hochhalten, wie es das verdient“.

Die Festrede hielt Ministerpräsident Dr. Markus Söder in einem Mix aus Gratulation, Aschermittwochs-Gaudi und Neujahrsansprache. „Normalerweise kommt ja zum 100. Geburtstag der Oberbürgermeister, es gibt eine Tasse entkoffeinierten Kaffee, einen Diätkuchen und man plaudert a wenig über das Gestern“, weiß Söder. Bei den Schneiders ist das anders. Da gibt’s statt OB den MP, statt Kaffee Bier, und es wurden die Blicke auch nach vorne gerichtet.

Söder in München: „Lasst Cannabis weg, bleibt beim bayerischen Weißbier“

„Wir haben mindestens 150 Jahre Zukunft – oder anders ausgedrückt: Wir sind ein hundertfünfzigjähriges Start-up mit viel Potenzial“, erklärt Georg VI. Söder empfahl noch: „Statt kiffen, kiffen, kiffen kann ich nur sagen: lasst Cannabis weg, bleibt beim bayerischen Weißbier. Ist in jeder Beziehung besser und gesünder.“

Bei den Schneiders gehen nächste Woche die Feierlichkeiten weiter: Dann heiratet Georg VII. Ob das denn nicht ein gehöriger Druck sei, wieder einen männlichen Nachkommen namens Georg VIII. zu produzieren? „Er hat mich noch nicht gefragt, wie das geht, aber ich denke, das muss er auch nicht“, erklärt Papa Georg VI. schmunzelnd. Die Dynastie scheint gesichert. (Tom Osswald)

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