Straßenbahn fährt auf Asphalt

Am Stachus: Sprühdose bringt Tram zum Entgleisen

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Eine Sprühdose hat am Montagabend eine Tram der Linie 20 am Stachus zum Entgleisen gebracht.

München - Kleine Ursache, großer Schaden: Eine Sprühdose hat am Montagabend eine Tram der Linie 20 am Stachus zum Entgleisen gebracht - und 35.000 Euro Schaden verursacht.

Am Montagabend gegen 22.45 Uhr fuhr laut Polizeibericht ein 48- jähriger Straßenbahnfahrer aus dem südwestlichen Landkreis München mit seiner Straßenbahn der Linie 20 das Hochgleis der Prielmayerstraße stadteinwärts in Richtung Karlsplatz. Kurz zuvor war er von der Haltestelle Karlsplatz Nord losgefahren und wollte über die nächste Weiche das Tiefgleis in Richtung Bayerstraße befahren.

Der Straßenbahnfahrer gab den Weichenstellbefehl, übersah jedoch, dass das Einrastsignal der Weiche nicht aufleuchtete und er somit keine notwendige Freigabe für die Weiterfahrt erhalten hatte. Als er nun mit der Straßenbahn die Weiche passierte, folgten die rechten Räder der Straßenbahn dem eingestellten Gleisverlauf, während die linken Räder aufgrund der nicht eingerasteten Weiche aus dem Gleisbett sprangen. Dadurch wurde der Druck auf das Drehgestell der Straßenbahn so groß, dass auch die rechten Räder aus dem Gleisbett sprangen, die Straßenbahn komplett entgleiste und auf dem Asphalt fuhr.

Bilder: Straßenbahn am Stachus entgleist

Bilder: Straßenbahn am Stachus entgleist

Als der Fahrer dies bemerkte, leitete er umgehend eine Schnellbremsung ein und konnte die Straßenbahn mit dem Fahrerstand noch im Bereich des ersten der vier südwestlich führenden Fahrstreifen des Karlsplatzes zum Stehen bringen. Bei dem Verkehrsunfall wurden weder der Straßenbahnfahrer noch seine zwei Fahrgäste verletzt. Es kam zu keiner Gefährdung des Fahrzeugverkehrs auf dem Karlsplatz.

Nachdem die Straßenbahn geborgen war, stellten Mitarbeiter bei der Überprüfung der Weiche fest, dass diese durch eine in den Gleisbereich geratene und durch vorherige Straßenbahnen schließlich in den Bereich der Weiche geschobene Sprühdose blockiert war und verhinderte, dass diese einrasten konnte. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wird nicht davon ausgegangen, dass es sich eine vorsätzliche Tat eines Unbekannten handelt, sondern um eine Verkettung unglücklicher Umstände.

Durch die Entgleisung entstanden an der Straßenbahn (Räder und Stromabnehmer ) und an der Fahrbahn Sachschäden in einer Gesamthöhe von ca. 35.000 Euro. Im Rahmen der Unfallaufnahme und der Bergung der Straßenbahn mussten im Bereich der Unfallstelle die zwei rechten der vier südwestlich führenden Fahrstreifen des Karlsplatzes für drei Stunden gesperrt werden. Der Verkehr wurde über die verbleibenden zwei Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Es kam zu keinen Verkehrsbehinderungen.

Die Straßenbahnen der Linie 20, 21, und 22 wurden über den Hauptbahnhof umgeleitet und die Fahrgäste durch Lautsprecherdurchsagen entsprechend informiert.

mm

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