Radls und Autos vom Marienplatz verbannt

Stadtrat beschließt die XXL-Fußgängerzone

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Der Marienplatz wird komplett zur Fußgängerzone.

München - Der Marienplatz wird zur Fußgängerzone – komplett! Fuzo XXL! Der Planungsausschuss hat am Mittwoch im Wesentlichen der Beschlussvorlage zugestimmt – eine Änderung gibt es:

Auf Wunsch der Großen Koalition bleibt die Dienerstraße für den Autoverkehr befahrbar. Für Radler gibt es bald eine neue Route vom Max-Joseph-Platz über die Sparkassenstraße zum Viktualienmarkt. Alle Proteste haben nichts genutzt: Die Beschwerden des Bezirksausschusses, die Wünsche der Grünen, die Anmerkungen der Radl- und Rikscha-Verbände – alles mit einer Hand weggewischt. Der Bereich vom Rindermarkt bis zur Landschaftstraße hinterm Rathaus und vom Marienplatz bis zum Tal ist bald für Busse, Taxis, Radfahrer und Rikschas tabu! Die Grünen hatten gefordert, die zweite Radroute nur als Ergänzung zur Strecke über den Marienplatz einzuführen, um die Radlerströme zu entzerren. Stadtrat Ingo Mittermaier (SPD) meint, dieses würde dazu führen, dass die Radfahrer weiterhin vor allem über dem Marienplatz fahren würden. Die neue

Route ist für die Grünen, so Stadtrat Herbert Danner, aber keine Lösung. Am Viktualienmarkt seien schon jetzt 2000 Radler am Tag unterwegs, dazu sollen 8000 weitere kommen. Auch die vier Meter breite Spur im Hofgarten sei zu eng. Die Radler würden die neue weitere Route wegen der vielen Engstellen nicht akzeptieren. Auch Johann Altmann (Freie Wähler) warnte vor einem Chaos am Viktualienmarkt. Das hatte bereit der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel als Gegenargument ins Feld geführt. Denn außer den Linienbussen fahren dort auch Sightseeingbusse und Taxen. Michael Kuffer (CSU) entgegnete, die städtischen Pläne würden das Leben für Radler sicherer machen. „Die neue Strecke ist zügiger zu bewältigen als die jetzige.“ Michael Mattar von der FDP pflichtet zwar der Sperre bei: „Man kann ein Rad auch mal schieben.“ Dass CSU und SPD die Dienerstraße vor Dallmayr und Kaufhaus Beck für Autos offen halten wollen, dafür hat Mattar kein Verständnis. Für Brigitte Wolf (Linke) ist dieses Ansinnen sogar „der Abschuss“. Danner geißelte die Autospur als „tiefen Griff in die autoideologische Mottenkiste.“ Die Autofahrer, die in der Dienerstraße meist erfolglos einen Parkplatz suchen und dann am Rathaus wenden, gefährdeten Fußgänger und Radler. Paul Bickelbacher (Grüne) fordert, dass der 52er Bus zum Tierpark weiterhin am Marienplatz halten darf. Die Busse sollen künftig am Viktualienmarkt halten, was auch Brigitte Wolf nicht passt. Die Opposition wurde überstimmt.

J. Welte, S. Karowski

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