Bauarbeiten dauern zwei Wochen

Bruchbude Viktualienmarkt: Neue Sorgen um die Zukunft für Standlbetreiber

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Undicht: Bauarbeiter reparieren das Rohr bei Uwes Kartoffelstandl auf dem Viktualienmarkt.

Auf dem Viktualienmarkt wird derzeit gebaut. Grund ist ein Wasserschaden, der zur vorübergehenden Schließung mehrerer Buden gesorgt hat.

München - Neben Uwes Kartoffelstandl klafft ein Loch. Ein Leck in der Abwasserleitung hat am Freitag zu einem Wasserschaden auf dem Viktualienmarkt geführt, die Reparaturarbeiten laufen. Doch bis die alten Leitungen im Untergrund untersucht sind, kann es zwei Wochen dauern. Der Kartoffelstand ist temporär in einem Pavillon untergebracht.

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Schlechte Bausubstanz, unzureichende Hygienestandards, mangelnder Brandschutz, Schwarzbauten - und jetzt auch noch ein marodes Kanalsystem: Die Mängel in Münchens guter Stube werden immer mehr. Jüngst hat die Nachricht, dass 74 der 107 Standl wohl ungenehmigt umgebaut wurden, die Händler in Aufruhr versetzt.

An- und Erweiterungsbauten bei den Markthallen beantragt

Wie berichtet, haben die Betreiber ihre An- und Erweiterungsbauten wie Vordächer bei den Markthallen beantragt und bewilligt bekommen - zuständig ist aber die Lokalbaukommission. Die Händler gingen auf die Barrikaden. Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) versuchte zu beschwichtigen: Kein Händler müsse Angst haben, dass die Erweiterungsbauten nun abgerissen würden.

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Seit bekannt ist, dass der über 200 Jahre alte Viktualienmarkt saniert werden muss, brodelt die Gerüchteküche - ist der Markt in Gefahr? Markwardt hatte stets betont, dass ein Abriss der Stände nicht zur Debatte stehe. Die Sanierung soll „behutsam, sanft und liebevoll“ sowie bei laufendem Marktbetrieb vonstatten gehen. Doch die jüngste Diskussion um die Schwarzbauten befeuerte das Misstrauen vieler Marktleute gegenüber der Stadt weiter. „Wir sind verunsichert“, sagte deren Sprecherin Elke Fett.

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Vorübergehend geschlossen: Wegen eines Wasserschadens blieben bei „Caspar Plautz“ und bei Uwes Kartoffelstandl die Pforten zu.

Bernd Plank, Sprecher des Kommunalreferats, bezeichnet den Wasserrohrbruch „als guten Beleg dafür, dass wir uns die Sanierung nicht aus den Fingern saugen“. Das Abwassernetz stamme aus der frühen Nachkriegszeit und sei stark sanierungsbedürftig. „Wie stark es geschädigt ist, kann derzeit noch nicht festgestellt werden“, sagt Plank. So viel ist aber klar: „Die Aushub- und Reparaturarbeiten betreffen auch den Bereich um den im Innenhof liegenden Brunnen und werden voraussichtlich 14 Tage andauern.“

DAS

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