Neben dem Alten Rathaus

Statue Julia verschandelt! Waren es die S-Bahn-Saubären?

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Am Alten Rathaus ist jetzt die Julia-Statue verschandelt worden.

München - Schon wieder Schmierereien in der Stadt. Dieses Mal hat es die Statue der Julia am Alten Rathaus neben dem Spielzeugmuseum erwischt.

Die Bronze-Skulptur ist im Gesicht vermutlich mit Farbe aus einer Spraydose besprüht worden. Auffällig ist: Der Farbton der Lackfarbe sieht ganz ähnlich aus wie der, mit dem vor etwa drei Wochen viele S-Bahnen in München beschmiert worden sind (tz berichtete). Alles nur Zufall oder waren hier dieselben Täter am Werk?

Schmierer machen in der Stadt derzeit viel Arbeit: Hier müssen Mitarbeiter die S-Bahnen reiningen.

Damals sind insgesamt 88 Züge von bislang noch unbekannten Tätern beschmiert worden. Die Vandalen warfen im Westen und Süden von München entweder Farbbeutel auf fahrende S-Bahnen oder besprühten in Bahnöfen anfahrende Züge mit Lackfarbe. Rund ein Drittel der von 253 verfügbaren Fahrzeuge der S-Bahn wurden auf diese Art und Weise beschmiert. Damals sind die betroffenen Züge in den Werkstätten der S-Bahn gereinigt worden. Vor allem die Lackfarbe musste aufwendig entfernt werden. Die Reinugungsaktion hat insgesamt mehrere Tage gedauert.

Jetzt hat es die Julia-Skulptur erwischt. Christian Müller, Sprecher des Baureferates München, findet klare Worte für diesen Vorfall: „Hierbei handelt es sich schlichtweg um eine Sachbeschädigung, die wir selbstverständlich bei der Polizei anzeigen werden“, so Müller. „Normalerweise werden der Julia-Skulptur Blumen zugesteckt. Jetzt müssen wir ein Fachunternehmen, in diesem Fall einen Metallrestaurator, beauftragen um die Statue zu säubern.“

Laut Müller werde der Schaden an der Skulptur in den nächsten Tagen behoben werden. Dann würde die Julia wieder aussehen wie vorher. Für die Kosten der Restauration müsse die Stadt München aber vermutlich selbst aufkommen. „Wir vermuten, dass in diesem Fall die Täter nicht mehr zu ermitteln sind. Das Baureferat kümmert sich insgesamt um zirka 160 Skulpturen, 190 Brunnenanlagen, 50 Gedenksteine, 70 Kreuze und 200 Gedenktafeln. Zum Glück kommen solche Schmierereien sehr selten vor.“

Auch die Münchner Polizei hat noch keine Hinweise, die zum Täter führen könnten. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums erklärt auf tz-Nachfrage: „Bislang ist noch keine Anzeige bezüglich dieser Sachbeschädigung bei uns eingegangen. Ich habe den Vorfall bereits an die entsprechende Stelle weitergeleitet. Ob es sich bei den Tätern um die gleichen wie bei den S-Bahn Farbattacken von vor drei Wochen handelt, wird Gegenstand der Ermittlungen sein. Das kann man aktuell noch nicht sagen.“

Die Passanten an der Julia-Statue sind jedenfalls sauer. „Das ist so was von asozial gegenüber der Gesellschaft“, sagt Toni Listers. „Kreatives Graffiti finde ich ja wunderbar. Aber so was ist nur Geschmiere und am Ende zahlt der Steuerzahler für die Reinigung“, schimpft der Redakteur.

Sarah Brückl

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