Am Liesl-Karlstadt-Brunnen

Streit um Viktualienmarkt: Stadt ergreift erste Maßnahmen

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Ein Teil der Plane an Jutta Pichls Stand, die zerschnitten wurde. Gesamtschaden: 4000 Euro.

München - Am Viktualienmarkt schwelt seit Jahren ein Konflikt zwischen Marktleuten und einer Gruppe, die sich jeden Tag zum Biertrinken am Liesl-Karlstadt-Brunnen trifft. Nun reagiert die Stadt.

Einfach zerschnitten! Notdürftig geklebt hat Jutta Pichl (60) die durchsichtige Plane rund um ihr Waldprodukte-Standl am Viktualienmarkt. Unbekannte haben ihr in der Nacht auf Dienstag einen Schaden von 4000 Euro zugefügt. Pichl hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Sachbeschädigung - Zufall oder ein Racheakt? Schon seit Jahren schwelt ein Konflikt zwischen Marktleuten und einer Gruppe, die sich jeden Tag zum Biertrinken am Liesl-Karlstadt-Brunnen trifft. Die Männer hätten sie immer wieder beleidigt, sagt Pichl - und außerdem Kunden abgeschreckt. Gegen ihr Standl direkt am Brunnen sei nachts auch schon uriniert worden. Am Donnerstag eskalierte der Streit, Pichl rief die Polizei. Die nahm die Personalien auf und erteilte zwei Platzverweise. Einer der Männer hatte einen Eimer umgestoßen, einer Bier aus dem Brunnen verkauft. Seitdem sei die Polizei viel stärker präsent, so die Marktfrau. 

Von den Herren rund um den Brunnen sei ihr erst am Montag gedroht worden, sie würde schon sehen, was jetzt passiere. 

Die Lage hätte nicht eskalieren müssen, sagt Standl-Betreiber Hermann Klein.

Ein Tag später die zerschnittenen Planen. Jetzt traut sich Jutta Pichl nicht mehr alleine an den Stand. Auch andere Händler sind in Sorge. „Die Trinker haben gesagt: Als nächstes bekommt die Fett ihr Fett weg“, sagt Marktsprecherin Elke Fett (72). 

Auch andere Händler sind in Sorge. „Die Trinker haben gesagt: Als Nächste bekommt die Fett ihr Fett weg“, sagt Marktsprecherin Elke Fett. Gleich neben Jutta Pichl hat Hermann Klein seinen Stand. Er sei eigentlich immer für leben und leben lassen, sagt er. Doch die Männer am Brunnen hätten Ärger machen wollen. Für den Samstag habe die Szene dazu aufgerufen, „ihre Heimat“ zurückzuerobern, so die Marktleute. Die Polizei kündigt an, wachsam zu sein. „Wir werden versuchen zu verhindern, dass die Lage weiter eskaliert“, so ein Sprecher. Auch die Markthallen reagieren: Sie haben einen privaten Sicherheitsdienst engagiert. Der soll zusätzlich zur Marktaufsicht bis in die späten Nachtstunden Patrouille laufen.

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